Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Gerade in der Grundschule ist auch noch anderes wichtig als Lesen und Schreiben.
+
Gerade in der Grundschule ist auch noch anderes wichtig als Lesen und Schreiben.

Schule

Hessens Lehrerbildung bekommt von Eltern die Note „ungenügend“

Die Novelle der schwarz-grünen Landesregierung geht nach Ansicht von Eltern und Ausbildern kaum auf die Corona-Erfahrungen ein. Digitalisierung und individuelle Förderung müssten eine größere Rolle spielen.

Die Novelle zum Lehrerbildungsgesetz ist noch gar nicht Gegenstand der Debatte im Hessischen Landtag, da wird die Kritik daran laut. Sie kommt einerseits von Eltern, andererseits von den Ausbilder:innen der Lehrkräfte selbst.

„Das Gesetz wird den heutigen Anforderungen insbesondere nach der Pandemie nicht gerecht“, sagt Reiner Pilz, stellvertretender Vorsitzender des Elternbunds Hessen. Im Entwurf gehe es in erster Linie um Stoffvermittlung, und das in homogenen Lerngruppen, wie sie in den klassischen Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Förderschule erwartet würden. Grundschulen, Gesamtschulen und inklusive Schulen mit ihrer heterogenen Schülerschaft forderten aber Individualisierung.

Recht auf individuelle Förderung

Zudem habe jeder Schüler und jede Schülerin das Recht auf eine individuelle Förderung. „Das aber fehlt in der Aufgabenaufzählung des Gesetzentwurfs“, so Pilz. Wichtige Grundlagen für das Lernen, wie Beziehung und Bewegung, suche man vergebens. „Wie bitter diese unseren Kindern fehlen können, hat sich während des Lockdowns gezeigt“, so der Elternvertreter.

Das Thema Digitalisierung sei lediglich ein Stichpunkt bei der Aufgabenbeschreibung. Der Elternbund vermisse die Konzeption für den Unterricht, die Didaktik und die Herausforderungen für die Lehrkräfte. Auch die Vorgaben zur Ausbildung der Förderschullehrer:innen seien nicht zeitgemäß. „Dieses Gesetz bietet für unsere Kinder mit Blick auf die Zukunft und nach den Erfahrungen der Pandemie viel zu wenig“, bilanziert Pilz. Wenn es dafür Noten geben würde, sei es eine glatte Sechs.

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) räumt in der Ankündigung der Novelle ein, dass die Anforderungen an Lehrkräfte vielfältiger geworden seien. So hätten etwa die Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache, die Medienbildung und Digitalisierung, die Förderung der Bildungssprache Deutsch sowie die Ganztagsbeschulung und die berufliche Orientierung an Bedeutung gewonnen. Die „grundlegende Novellierung“ des Lehrerbildungsgesetzes solle diesen neuen Herausforderungen Rechnung tragen. Mit der Novelle würden Inklusion und Digitalisierung verbindliche Bestandteile der Lehrkräftebildung.

Mehr Personal gefordert

Der BAK-Landesverband Hessen, in dem die Lehrkräfte-Ausbilder:innen organisiert sind, begrüßt die Absicht, die pädagogische Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung gemeinsam zu regeln. Gut sei auch, dass mit der Novelle die Professionalisierung der Ausbildung und die Ausrichtung an den Standards der Kultusministerkonferenz und des hessischen Referenzrahmens zur Schulqualität erfolgen solle. Der BAK verweist darauf, dass zur Umsetzung eine umfassende Fortbildung der Ausbildungskräfte notwendig sei. Dazu gehöre, Coachingelemente zu integrieren, die in dem Gesetzentwurf keine Rolle spielten. Zudem könnten Zusatzaufgaben nicht zum Nulltarif erbracht werden. Die zusätzlichen Ausbildungsaufgaben stellten eine Arbeitsverdichtung um bis zu fünf Prozent dar. Daher sei mehr Personal nötig.

Die Lehrerausbilder:innen fordern eine Beteiligung an der Entwicklung der im Gesetz beschriebenen Elemente. Damit dies angemessen geschehen könne, sollte das Inkrafttreten des Gesetzes verschoben werden und nicht – wie vorgesehen – schon zum Mai nächsten Jahres erfolgen.

Lesen Sie dazu auch „Hessischer Professor fordert längere Ausbildung für Grundschul-Lehrkräfte und bessere Bezahlung“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare