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Viel zu wenige Kinder können mit zehn Jahren richtig schwimmen.
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Viel zu wenige Kinder können mit zehn Jahren richtig schwimmen.

Hessen

Hessens Landtag sucht nach Lösungen, um mehr Kindern Schwimmen beizubringen

  • VonJohanna Stein
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Zu viele Jungen und Mädchen können nicht schwimmen. Der Hessische Landtag sucht Lösungen.

Kinder und Jugendliche, die nicht schwimmen können, bereiten der Politik seit Jahren Kopfzerbrechen. Einer Forsa-Studie zufolge konnten im Jahr 2017 rund 60 Prozent der Zehnjährigen in Deutschland nicht gut schwimmen.

Die Pandemie hat das Problem verstärkt: Eine Million Kinder konnten wegen der Pandemie nicht zu sicheren Schwimmerinnen und Schwimmern ausgebildet werden, gibt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an. Die Linke brachte das Thema am Donnerstag in den Hessischen Landtag ein.

Anlass zur Diskussion gab ihr Antrag „Seepferdchen statt Corona-Frust“. Darin forderte die Fraktion, den Besuch von Schwimmbädern und Badeseen für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien kostenfrei zu machen. Außerdem solle das Land die Kommunen bei der Finanzierung von Bädern stärker unterstützen und dabei helfen, dass der Hessische Schwimmverband und die DLRG ein breiteres Angebot an Schwimmkursen anbieten können.

„Die Jugend musste während der Pandemie extreme Einschränkungen hinnehmen“, eröffnete Elisabeth Kula, Abgeordnete der Linken, ihre Rede. Rund 70 000 Kinder in Hessen hätten durch die Pandemie nicht das Schwimmen gelernt. Gleichzeitig habe es einen Anstieg tödlicher Badeunfälle gegeben.

Kula sieht einen Zusammenhang: „Die Gefahren von offenen Gewässern werden oft in Schwimmkursen gelehrt.“ Es sei daher an der Zeit, die Kommunen zu unterstützen, damit diese den Eintritt in Schwimmbäder während der Ferien kostenlos anbieten können. Einige Städte und Gemeinden hätten das bereits mit eigenen Mitteln getan. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen etwas zurückgeben“, sagte Kula. Gleichzeitig sollten die Eltern entlastet werden.

Auch die SPD-Abgeordnete Karin Hartmann betonte: „Es braucht intensive Bemühungen, allen Jugendlichen rechtzeitig die Fähigkeit beizubringen.“ Das gelte gerade jetzt, wo sich der Wassersport zunehmender Beliebtheit erfreue.

„Kurse entscheidend“

Die FDP möchte den Bädereintritt nicht kostenlos machen, sondern stattdessen Schwimmkurse umsonst anbieten. „Das ist entscheidend, um schwimmen zu lernen“, urteilte ihr Abgeordneter Stefan Müller.

Als „vielleicht gut gemeint, aber schlecht gedacht“, bezeichnete Dirk Gaw von der AfD den Vorschlag der Linken. Der Anreiz, Kinder in den Ferien in Schwimmbäder zu locken, sei falsch: „Ein Seepferdchen ist kein Freifahrtschein, Kinder unbeaufsichtigt zu lassen“, sagte Gaw.

Auch Andreas Hofmeister (CDU) appellierte an die Verantwortung der Eltern. Den Antrag auf Bäder ohne Eintritt nannte er „ein Fass ohne Boden“. Zuständig für die Schwimmangebote seien die Kommunen. Der Grüne Felix Martin befand, freier Eintritt in Schwimmbäder auf Kosten des Landes wäre „reine Symbolpolitik“.

Innenminister Peter Beuth (CDU) verwies auf die Unterstützung der Kommunen aus den Landesprogrammen Swim und Löwenstark. Das eigentliche Problem sehe er darin, dass es zu wenig Angebote für Schwimmkurse gebe. Beuth gab zu bedenken, dass nicht alle Defizite gleich behoben werden könnten. „Es braucht Zeit, die Pandemierückstände in verschiedenen Lebensbereichen aufzuholen.“

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