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Hessen

Hessens Kommunen und Polizei spüren Angsträume auf

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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91 Kommunen nehmen an dem hessischen Präventionsprojekt Kompass teil. Eine Dunkelfeldstudie ersetzt es nach Ansicht der FDP nicht.

Wo fühlen sich Menschen in ihrem Heimatort unwohl? Wie lässt sich das Unsicherheitsgefühl verbessern? Mit diesen Fragen und Lösungen beschäftigen sich Polizei und die Verantwortlichen in den Rathäusern im Rahmen der Initiative Kompass der Landesregierung.

Dem Präventionsprojekt haben sich in den vergangenen dreieinhalb Jahren 91 Kommunen angeschlossen, weitere stehen auf der Warteliste. Ähnliche Projekte sollten demnächst folgen, kündigte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) am Dienstag an. Vereint unter der Dachmarke mit dem Namen „Gemeinsam sicher in Hessen“.

Umfrage

Die Professur für Kriminologie der Uni Gießen hat in 31 Runden Menschen in verschiedenen Orten befragt, in welchen Situationen sie sich subjektiv unsicher fühlen.

Außer Verkehr nannten sie Vermüllung / Schmutz im öffentlichen Raum, Probleme mit Jugendlichen und anderen Gruppen, Lärm / Ruhestörungen, Beleuchtung im öffentlichen Raum, Vandalismus / Sachbeschädigungen, „Parallelgesellschaften“, Alkohol- und/oder Drogenkonsum im öffentlichen Raum, Probleme mit Menschen mit Migrationshintergrund. jur

Es geht darum, die Menschen vor Ort einzubinden und passgenaue Lösungen gegen Unsicherheiten, für die es oft objektiv keinen Grund gibt, zu bieten. Das kann eine bessere Beleuchtung in einer Unterführung sein, das Entfernen von Graffiti oder auch ein Alkoholverbot auf einem Platz.

Ob in Großstädten wie Darmstadt, Mittelzentren oder kleineren Orten: Die größte Unsicherheit verursacht der fließende und der ruhende Verkehr. Zu diesem Ergebnis kommt die Uni Gießen, die mit Befragungen die wissenschaftliche Basis liefert. Die wichtigsten Erkenntnisse sollen in die Polizeiarbeit einfließen. Das Land gewährt auch konkrete finanzielle Unterstützung – etwa Durchfahrtsperren zum Schutz von Volksfesten, damit sich eine Amokfahrt wie in Volkmarsen nicht wiederholt.

Die vier Pilotkommunen Bad Homburg, Schwalbach am Taunus, Hanau und Maintal seien inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie demnächst mit dem Kompass-Sicherheitssiegel ausgezeichnet würden, sagte Beuth. Honoriert werden soll damit außerdem die Arbeit der Kommunen Kronberg, Bensheim und Weiterstadt.

Für die FDP verfolgt Kompass den richtigen Ansatz. „Jedoch gibt es zu wenig Dynamik vonseiten des Landes und der Polizei im Hinblick auf die Prävention vor Ort“, kritisierte Jörg-Uwe Hahn, kommunalpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Die Kommunen würden beim Umsetzen alleingelassen. Der innenpolitische Sprecher der FDP, Stefan Müller, findet es inakzeptabel, dass bei der Befragung unter anderem herauskam, dass manche:r bestimmte Stadtteile aus Angst meidet. Er forderte mehr Sicherheitspersonal. „Das Ziel, das Dunkelfeld aufzuhellen, hat bislang nicht ausreichend funktioniert.“ Deshalb müsse eine Studie Licht hineinbringen.

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