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Es gibt aktuell keinen Anlass, wegen Delta die Lockerungen in Kitas zurückzunehmen. (Symbolbild)
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Es gibt aktuell keinen Anlass, wegen Delta die Lockerungen in Kitas zurückzunehmen. (Symbolbild)

Pandemie

Corona in Hessen: Kitas sind keine Infektionstreiber mehr

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die dritte Version der Safe-Kids-Studie bestätigt frühere Ergebnisse. Die Dominanz der Alpha-Variante hat nichts an den grundsätzlichen Erkenntnissen geändert.

Frankfurt - Die Alpha-Variante führt nicht zu mehr Infektionen in Kindertagesstätten. So das Ergebnis der dritten Safe-Kids-Studie des Universitätsklinikums Frankfurt im Auftrag des hessischen Sozialministeriums. Sie basiert auf Tests an knapp 800 Kindern von Mitte Mai bis Mitte Juni. Bei keinem wurde das Virus festgestellt. Obwohl zu dieser Zeit die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante bereits dominant war, die im Vergleich zum Ursprungstyp als wesentlich ansteckender gilt. „Das hat uns schon etwas überrascht“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne), der am Donnerstag in Wiesbaden mit der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek die Ergebnisse vorstellte.

Es war das dritte Mal, dass Ciesek mit ihrem Team den Auftrag erhielt, die Lage in den Kindertagesstätten zu untersuchen. Diesmal kam nicht die Methode des Wangenabstrichs zum Einsatz, sondern der Lollitest, bei dem Speichelproben genommen werden. Bei der ersten im Sommer waren die Inzidenzen im Keller. Zum Zeitpunkt der zweiten Studie im Januar war die Hessenkarte dunkel. Da wurden vereinzelte Kinder und Erzieher:innen positiv getestet. Als die Alpha-Variante im Mai dominant geworden war, gab Sozialminister Klose die dritte Studie in Auftrag. Anders als befürchtet, zeigte sich keine Veränderung an der Einschätzung, dass Kitas nicht überproportional stärker zur Verbreitung des Virus beitragen.

Studienreihe

Im Sommer 2020 werden über zwölf Wochen 50 repräsentativ ausgewählten Kitas untersucht. Kinder und Erzieher:innen können sich wöchentlich freiwillig testen bzw. werden von den Eltern getestet. Bei zwei Erzieher:innen wird das Virus nachgewiesen.

Vom 18. Januar bis 11. Februar 2021 werden wieder wöchentlich jeweils zwei Abstriche pro Teilnehmer:in getestet. 47 Kitas mit 557 Kindern sowie 334 Erzieher:innen machen mit. Bei drei Kindern liegt eine Infektion vor. Bei vier weiteren und einer Erzieherin sprechen die Befunde für eine zurückliegende Infektionen, die nicht mehr übertragbar ist. Alle positiv Getesteten sind zum Zeitpunkt der Testung asymptomatisch.

Vom 17. Mai bis 11. Juni nehmen 756 Kinder sowie 226 Mitarbeiter:innen aus 46 Kitas in Hessen teil. Während der vierwöchigen Laufzeit ist keiner der PCR-Tests positiv. jur

Corona in Hessen: Dritte Impfung wird noch nicht vorbereitet

Studien wie diese ermöglichten zwar lediglich einen Blick in die Vergangenheit, räumten die beiden ein. Alpha spielt zunehmend eine geringere Rolle. Delta hat sie als dominante Variante des Coronavirus abgelöst. Aber die Ergebnisse belegten, dass Hygienekonzepte in Kombination mit der erfreulich hohen Impfquote beim Personal wirkten, sagte Klose. Und wegen Delta eine vierte Studie zu beginnen, ergibt für die Direktorin der Medizinischen Virologie in Frankfurt keinen Sinn angesichts der aktuell geringen Infektionszahlen. „Dafür ist es zur früh.“

Klose hob die wachsende Bedeutung wissenschaftlicher Begleitung und Beratung im Laufe der Pandemie hervor. „Studien, wie unsere hessischen Safe Kids I bis III, geben wertvolle Hinweise zum Umgang mit dem Virus.“ Aktuell sieht er keinen Anlass, wegen Delta die aktuellen Lockerungen zurückzunehmen. Auch die Schutzvorkehrungen für Reiserückkehrer hält er angesichts der aktuellen Inzidenzen, der Testpflicht und der Fortschritte beim Impfen im Moment für ausreichend. „Wir werden das aber genau beobachten.“

Anders als die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht der Minister auch nicht die Notwendigkeit, schon jetzt die dritte Impfung für Erzieher:innen im Herbst vorzubereiten. Die Expert:innen vom Robert-Koch-Institut und vom Paul-Ehrlich-Institut werteten die Studienlage noch aus, im Moment gebe es keine Empfehlung. Auch Ciesek sorgt sich eher um jene Gruppe, die womöglich keine oder zu wenig Antikörper bilden können: Alte, Immunsuppremierte oder Organtransplantierte. (Jutta Rippegather)

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