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Hessens erste Parlamentschefin

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Von: Jutta Rippegather

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Astrid Wallmann soll die Nachfolge von Boris Rhein antreten. Monika Müller
Astrid Wallmann soll die Nachfolge von Boris Rhein antreten. © Monika Müller

Die Koalition nominiert Astrid Wallmann für das Amt der Landtagspräsidentin. Am Dienstag soll sie gewählt werden.

Sollte Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) am Dienstag zum neuen Ministerpräsidenten gekürt werden, braucht Hessen einen neuen Chef für die Legislative. Oder besser: eine neue Chefin. Denn Astrid Wallmann soll die Aufgaben der obersten Repräsentantin des Parlaments übernehmen. Das hat die CDU als stärkste Fraktion vorgeschlagen, und die Grünen als Koalitionspartner ziehen mit.

SPD und FDP seien schriftlich über die Neuigkeit informiert worden mit der Bitte, sich der Empfehlung anzuschließen. „Wir wünschen uns eine möglichst große Mehrheit“, sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Mathias Wagner, der die Personalie gemeinsam mit seiner CDU-Amtskollegin Ines Claus am Dienstag in Wiesbaden verkündete.

Wahlen

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat angekündigt, am Dienstag, 31. Mai, sein Amt niederzulegen.

Als seinen Nachfolger hat die schwarz-grüne Koalition den Präsidenten des Landtages, Boris Rhein (CDU), vorgeschlagen.

Das Amt der Landtagspräsidentin soll die CDU-Abgeordnete Astrid Wallmann übernehmen.

Die Wahl des neuen Ministerpräsidenten und der neuen Landtagspräsidentin steht für Dienstag, 31. Mai, auf der Tagesordnung des Landtags in Wiesbaden . jur

Claus lobte Wallmann. Die 42-Jährige habe einen „klaren Kompass bei ihren Themen“. Auch wenn manche oder mancher den Posten gerne gehabt hätte: Die CDU-Fraktion stehe geschlossen hinter der Parteifreundin, die im Fall ihrer Wahl am Dienstag die bundesweit einzige weibliche Landtagspräsidentin sein werde.

Hessische Politikerfamilie

Astrid Wallmann stammt aus einer hessischen Politikerfamilie. Ihr Vater Wilhelm war Wiesbadener Bürgermeister, ihr Onkel Walter zunächst Frankfurter Oberbürgermeister und von 1987 bis 1991 Ministerpräsident in Wiesbaden. Die zweifache Mutter gehört dem Landtag seit 2009 ununterbrochen an, im Wahlkreis Wiesbaden I errang sie dreimal das Direktmandat. Die Diplom-Verwaltungswirtin ist Sprecherin im Hauptausschuss und sitzt im für Geschäftsordnungsfragen zuständigen Ältestenrat, den sie als Landtagspräsidentin leiten würde. Den Posten der stellvertretende Vorsitzenden der CDU-Fraktion werde sie im Fall ihrer Wahl zur Verfügung stellen, machte sie klar.

„Das ist für mich ein sehr emotionaler Tag“, sagte Wallmann bei ihrer Vorstellung im Landtag. Das Amt der Landtagspräsidentin bedeute „hohe Verantwortung für dieses Land“. Dass sie dafür vorgeschlagen werde, sei „eine große Ehre“ und ein „Vertrauenbeweis“. Wie von ihr erwartet werde sie ihre Aufgabe überparteilich ausüben. „Darauf können sich alle im Haus verlassen.“

Hessische Politikerfamilie

„Ein großartiger Vorschlag“, urteilte der designierte Ministerpräsident Boris Rhein. Mit der 42-Jährigen bekämen die 137 Abgeordneten eine „außerordentlich engagierte“ und eine „zugewandte Kollegin“. Die Wiesbadenerin sei ein „homo politicus“ mit „klaren Vorstellungen und klarer Linie“, so Rhein. Wallmann sei in der Lage, Kompromisse zu schließen. Sie werde das Amt „mit Charme und Selbstbewusstsein führen“.

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