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Helge Braun steht auf Platz 1 der hessischen CDU-Liste für die Bundestagswahl.
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Helge Braun steht auf Platz 1 der hessischen CDU-Liste für die Bundestagswahl.

Hessen

Hessens CDU will „Klimawohlstand“

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die hessische CDU nominiert Kanzleramtsminister Braun als Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl. Sowohl er als auch CDU-Landeschef Bouffier grenzen sich von den Grünen ab.

Im Kampf um das Bundeskanzleramt hebt die CDU ihre Unterschiede zu den Grünen hervor. Beim Nominierungsparteitag der hessischen CDU am Wochenende in Gießen warb Landesparteichef Volker Bouffier für „Klimawohlstand“.

Die Union strebe Klimaschutz an, „aber gemeinsam mit dem Erhalt von Arbeitsplätzen und Wohlstand“, erläuterte Bouffier. „Nur wenn die Menschen Arbeit haben, wenn sie genug verdienen, dann werden sie die notwendigen Veränderungen auch mitgehen.“ Der hessische Regierungs- und CDU-Parteichef warnte vor einem „ideologischen Kampf gegen das Auto“.

Nur kurz ging Bouffier hingegen auf die SPD ein. Ihr warf er vor, dass sie versuche, „Opposition und Regierung gleichzeitig zu sein“ und unfair mit den CDU-Ministern Jens Spahn und Peter Altmaier umgehe. „Deshalb ist es gut, wenn das zu Ende geht“, sagte Bouffier zur großen Koalition.

Fast einstimmig nominierte die hessische CDU Angela Merkels Kanzleramtsminister Helge Braun zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl am 26. September. Der 48-jährige Arzt, der wie Bouffier in Gießen lebt, bekam 98 von 99 Delegiertenstimmen.

CDU-Landesliste

Diese Kandidaten und Kandidatinnen führen die hessische Landesliste der CDU an:

Helge Braun (98 von 99 Stimmen), Patricia Lips (95), Michael Meister (95), Michael Brand (99), Katja Leikert (83), Armin Schwarz (94), Stefan Heck (95), Bettina Wiesmann (87), Klaus-Peter Willsch (73) und Markus Koob (98). pit

Es ist allerdings gut möglich, dass die CDU-Landesliste keine wichtige Rolle bei der Vergabe der Bundestagsmandate spielt. Wenn die CDU erneut viele Direktmandate in Hessen holt, würde niemand über die Liste in den Bundestag einziehen.

Spitzenkandidat Braun argumentierte beim Thema Klimaschutz ähnlich wie Bouffier, bezog sich aber auf den internationalen Vergleich. Wenn Deutschland dafür werbe, Klimaschutz durch Wohlstandsverlust und einen Verzicht auf Mobilität zu erkaufen, „dann verlieren wir 60, 70, 80 Prozent der Bevölkerung auf diesem Planeten“, sagte der Kanzleramtsminister. Stattdessen müsse die Bundesrepublik zur Vorreiterin bei der Entwicklung von Technologien werden, mit denen die Klimaveränderung bekämpft werden könne.

Weder Bouffier noch andere Rednerinnen und Redner gingen auf den aktuellen Skandal um Spezialeinsatzkräfte der hessischen Polizei ein, die rechtsextreme Nachrichten in Chats ausgetauscht haben sollen.

Den größten Beifall der hessischen CDU-Delegierten erhielt der Ministerpräsident, als er in Hinblick auf die bevorstehende Wahl sagte: „Wir dürfen uns nicht mit 28 oder 29 Prozent zufriedengeben.“ Er spüre eine „Sehnsucht nach 30 plus“ in seiner Partei. In einer längeren Passage seiner Rede sprach Bouffier auch die Frage an, ob in der deutschen Sprache gegendert werden solle, also Formulierungen verwendet werden, die gleichermaßen Frauen wie Männer berücksichtigten. „Ja, wer gendern möchte, der soll es tun. Aber wer es nicht möchte, dem soll man aber auch die Freiheit geben, es zu lassen“, sagte er.

Der Parteitag endete wie immer mit dem Abspielen der Nationalhymne. Nur mitgesungen werden durfte diesmal nicht – aus Corona-Gründen.

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