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Pandemie

Corona-Impfung: Hessen zieht Angebot an Schülerinnen und Schüler wieder zurück

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Zwölf- bis 15-Jährige erhalten in Hessen nun doch keine bevorzugten Termine. Die Kassenärztliche Vereinigung spricht sich gegen Corona-Massenimpfungen aus.

Wiesbaden – Hessen nimmt, wie schon andere Bundesländer, von einem bevorzugten Impfangebot für Schüler und Schülerinnen von zwölf bis 15 Jahren Abstand. Sie sollten sich nach der Zulassung des Biontech-Vakzins für diese Altersgruppe vom 28. Juni bis 19. Juli gegen eine Covid-19-Infektion immunisieren lassen können, um vom nächsten Schuljahr an geschützt zu sein.

Nun müssen sie sich wie große Teile der Bevölkerung vom 7. Juni an um einen Impftermin bemühen. Derweil normalisiert sich der Schulbetrieb in Hessen aufgrund der zurückgehenden Inzidenzzahlen – wobei Normalisierung weiterhin einen Unterricht unter Pandemie-Bedingungen bedeutet.

Corona in Hessen: Kein Impfangebot für Schüler:innen – „Vielen Erwartungen nicht gerecht“

Auf der Homepage des hessischen Kultusministeriums ist es noch immer nachzulesen: Die Ankündigung des Landes, wonach Schülerinnen und Schüler von 15 bis zwölf Jahren bis zum Start des nächsten Schuljahres vollständig gegen eine Infektion mit dem Corona-Virus geimpft werden sollten. Freiwillig zwar, aber bevorzugt. Am 17. Mai war ein Schreiben des gleichen Inhalts den Schulen und Eltern zugegangen.

Aus diesem Impfangebot wird nun nichts. Als beim jüngsten Bund-Länder-Gipfel vergangene Woche klar wurde, dass der Bund keine zusätzlichen Impfdosen des Corona-Impfstoffs für die Schüler:innen-Impfung zur Verfügung stellen würde, fielen auch die Pläne mehrerer Bundesländer zur schnellen Immunisierung großer Teile der Schülerschaft in sich zusammen. Ein Sprecher des hessischen Kultusministeriums bestätigte am Montag auf Anfrage der FR, dass das Land keine Kontingente dafür abzweigen werde.

„Wir wissen, dass wir damit den Erwartungen vieler Eltern nicht gerecht werden“, sagte der Sprecher. Da nun aber kein zusätzlicher Impfstoff zur Verfügung stehe, könne auch die Impfung der Zwölf- bis 15-Jährigen nicht wie angekündigt erfolgen. Immerhin könnten diese sich nun aber ab 7. Juni für einen Impftermin vormerken lassen.

Hessischer Stufenplan zur Rückkehr in die Schulen

Stufe 1 gilt ab einer Inzidenz unter 100 an fünf Werktagen in Folge. Die Klassen 1 bis 6 haben täglich Präsenzunterricht. Ab Jahrgangsstufe 7 und in den beruflichen Vollzeitschulformen gilt Wechselunterricht. Abschlussklassen kehren grundsätzlich in den Präsenzunterricht zurück. Es besteht Testpflicht zweimal pro Woche für alle.

Stufe 2 gilt nach weiteren 14 Tage unter einer Inzidenz von 100 oder fünf Tagen unter 50. Auch Jahrgänge ab Klasse 7 kehren in den täglichen Präsenzunterricht zurück. Die Testpflicht zweimal pro Woche für alle bleibt bestehen. pgh

Coronavirus in Hessen: Kassenärztliche Vereinigung gegen „Massenimpfung“ von Kindern

Wie dann zum Start des neuen Schuljahrs am 30. August der Unterrichtsbetrieb mit einer voraussichtlich großen Zahl Nicht-Geimpfter laufen werde, stehe noch nicht fest. „Es ist unmöglich, heute dafür schon einen Plan zu haben“, heißt es aus dem Kultusministerium. Es sei völlig unklar, wie groß die Zahl geimpfter und nicht-geimpfter Schüler:innen dann sein werde. Ebenso unklar sei, wie sich die Infektionszahlen bis dahin entwickelten. Wahrscheinlich werde man erst kurz vor Beginn der Sommerferien Mitte Juli klar sehen. Denkbar sei, dass der Unterricht zunächst wie aktuell mit Lüften und dem Tragen vom Masken einher gehe. Auch die verpflichtenden Tests für alle, die am Präsenzunterricht teilnähmen, könnten eventuell beibehalten werden, wobei diese für Geimpfte möglicherweise entfielen.

Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat sich gegen „Massenimpfungen“ von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen. In einer am Samstag mit verabschiedeten Resolution heißt es, die Impfung von Erwachsenen habe nach wie vor höchste Priorität. „Wünsche der Politik wie ein weitgehend normaler Schulbetrieb nach den Sommerferien“ seien „dem Wohl der Kinder und Jugendlichen“ unterzuordnen. Allenfalls bei schwer vorerkrankten oder chronisch kranken Kindern sei eine Corona-Impfung sinnvoll.

Wieder da: Für die meisten Schülerinnen und Schüler gibt es mittlerweile Präsenzunterricht, aber die Maske müssen sie aufbehalten.

Hessische Schulen: Rückkehr zum Präsenzunterricht auch ohne Corona-Impfung

Derweil kehren immer mehr Schüler:innen in den Präsenzunterricht zurück. Bereits ab einer Inzidenz von höchstens 100 sollen alle Kinder und Jugendlichen wieder die Schule besuchen, wenn in Teilen auch nur im Wechselunterricht. Da aber immer mehr Städte und Landkreise auch unter die Inzidenz von 50 fallen und damit die vom Land definierte Stufe 2 erreichen, wird dort ein weitgehend regulärer Unterrichtsbetrieb möglich. Demnach wird der tägliche Besuch der Schulen wieder die Regel für alle rund 760 000 schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen in Hessen.

Im Lauf der nächsten Woche könnten alle Städte und Kreise die Stufe 2 erreichen, sofern sich die Infektionszahlen weiterhin so günstig entwickeln. Laut Angaben des hessischen Sozialministeriums befinden sich noch 13 Bezirke in Stufe 1, der für die Klassen 7 bis 11 (ohne Abschlussklassen) lediglich den Wechselunterricht vorsieht. Weitere zehn Bezirke haben bereits die Stufe 2 erreicht, dort findet Präsenzunterricht für alle mit Maske, Lüften und Tests statt. (Peter Hanack)

Rubriklistenbild: © dpa

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