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Impfstoff-Verknappung: Zahlreiche Corona-Impftermine in Hessen stehen auf der Kippe

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Von: Claudia Isabel Rittel

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Eine Mitarbeiterin im Frankfurter Impf-Express bereitet eine Spritze zur Immunisierung gegen Corona vor. Foto: Rolf Oeser
Eine Mitarbeiterin im Frankfurter Impf-Express bereitet eine Spritze zur Immunisierung gegen Corona vor. © Rolf Oeser

In der kommenden Woche soll viel weniger Corona-Impfstoff nach Hessen geliefert werden als bestellt wurde. Deshalb schlagen das Land Hessen und die Stadt Frankfurt Alarm.

Frankfurt – Kaum hatte Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Freitag (26.11.2021) die positive Nachricht verkündet, dass die Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus in hessischen Alten- und Pflegeheimen vorankommen, musste er am Abend vor einer Verknappung der Impfstoffe warnen.

Über die bereits bekannte Rationierung des Biontech-Impfstoffs hinaus seien die zugesagten Liefermengen durch den Bund an die Apotheken für die beiden Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna nochmals reduziert worden, „sodass die Impf-Steigerung der vergangenen Tage gefährdet ist“, teilte sein Ministerium am Freitag mit.

Corona-Impfungen in Hessen könnten ins Stocken geraten

Durch diese Verknappung könnten nun die Corona-Impfungen in Hessen ins Stocken geraten. Sowohl Ärzteschaft als auch Vertreter der Städte und Kreise fürchteten, dass nicht alle vereinbarten Termine eingehalten werden könnten, so Klose.

Alarm schlägt deshalb auch die Stadt Frankfurt. „Wir bestellen was wir brauchen und bekommen nicht genug geliefert“, moniert Peter Tinnemann, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes. Laut Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) bekommt Frankfurt kommende Woche nur rund 6000 Impfdosen von Biontech und maximal 4000 Impfdosen von Moderna statt die bestellten 19.380.

Tausende Menschen gegen Corona impfen: Ziel rückt mangels Impfstoff in weite Ferne

In der Impfallianz aus Hessens Ärzte- und Apothekerschaft, Kommunen und dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration sei vorgesehen, dass der öffentliche Gesundheitsdienst noch mehr impfe und die Stadt Frankfurt am Main pro Woche 19.000 Personen impfen soll, erläutert Majer. „Doch dieses Ziel rückt mangels Impfstoff in weite Ferne.“

Rein rechnerisch bedeute die Kürzung der Impfstoffbestellung, dass die Stadt ihr Impfangebot zurückfahren und das Impfzentrum trotz konstant steigender Nachfrage und trotz vierter Welle zeitweise schließen müsse, so Tinnemann. Majer zeigte sich „tief besorgt, weil wir viele Menschen haben, die bereit sind, sich impfen zu lassen und denen wir womöglich kein Angebot machen können.“

In der Pflicht sehen Majer und Klose die Bundesregierung. Klose verlangt vom Bund eine klare Kommunikation zu den Gründen für die Verknappung. Majer sagte, es sei dringend erforderlich, dass die Bundesregierung jetzt ausreichend Impfstoff zur Verfügung stellt. (Claudia Isabel Rittel mit dpa)

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