Wohnen

Wohnungswirtschaft lobt Al-Wazir

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Das neue Förderprogramm für Sozialwohnungen, das Hessens Wirtschaftsminister Tarek Alk-Wazir angekündigt hat, stößt auf gemischte Reaktionen. Zufrieden zeigen sich die Wohnungsunternehmen.

Al-Wazir will Baufehler wie in der Vergangenheit vermeiden.

Die Ankündigung von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), den Bau von Sozialwohnungen für Investoren attraktiver machen zu wollen, kommt in der Wohnungswirtschaft gut an. „Wir sind froh, dass das Land unsere Vorschläge aufgenommen hat und in den neuen Richtlinien der Wohnraumförderung umgesetzt hat“, sagt Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, der die Interessen von Unternehmen mit einem Bestand von rund 400.000 Wohnungen vertritt. Er spricht von einem guten Beitrag für mehr bezahlbare Wohnungen. Land und Kommunen seien aber auch gefordert, Bauland günstig für den Bau bezahlbarer Wohnungen abzugeben.

Die Linke im Landtag hält dagegen wenig von den neuen Förderrichtlinien, die Al-Wazir in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau angekündigt hatte. Den Neubau von Sozialwohnungen für Investoren finanziell noch attraktiver zu gestalten, werde den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht beheben, sagt der wohnungspolitische Sprecher der Fraktion, Jan Schalauske. Notwendig sei ein öffentliches Wohnbauprogramm für 10 000 Sozialwohnungen im Jahr.

Die neue Mieterschutzverordnung stößt ebenfalls auf Kritik der Linken im Landtag. Unverständlich sei etwa, wieso Kassel, Gießen und Hanau nicht als Städte mit angespanntem Wohnungsmarkt gälten, sagt Schalauske. Letztlich helfe zudem nur ein Mietendeckel nach Berliner Vorbild. Für Elke Barth, wohnungspolitische Sprecherin der SPD im Landtag, zeigt die geplante Ausweitung der Mietpreisbremse ein Versagen von Al-Wazir als Wohnungsbauminister. Denn dieser Schritt zeige: „Wohnen wird in ganz Hessen in immer mehr Städten unbezahlbar.“

Der Eigentümerverband Haus & Grund Hessen kritisiert, dass Kappungsgrenze und Mietpreisbremse nun in 48 statt 31 Kommunen gelten sollen. Die Ausweitung der Regularien schaffe keinen Wohnraum und destabilisiere den Mietwohnungsmarkt.

Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

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