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Den Weg in die Betriebe haben während der Corona-Krise deutlich weniger Jugendliche gefunden als sonst.
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Den Weg in die Betriebe haben während der Corona-Krise deutlich weniger Jugendliche gefunden als sonst.

Ausbildungs-Krise

Hessen wirbt auf Insta, Youtube, Tiktok und Twitch für Ausbildung

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir setzt auf soziale Medien und Influencer wie Shayan Garcia, um junge Menschen für Ausbildungsberufe zu begeistern. Denn die Zahlen sind schlecht.

Zu wenige junge Leute wollen eine duale Ausbildung machen. Um die Jugendlichen zu erreichen, startet das Hessische Wirtschaftsministerium deshalb eine Kampagne in den sozialen Medien. Mit dabei sind Auszubildende, die von ihrem Beruf erzählen, und Menschen wie der Influencer Shayan Garcia. Instagram, Youtube, Tiktok und Twitch sind die Kanäle, auf denen das Land Hessen den Nachwuchs für die Ausbildungsberufe werben will.

„Es gab wegen der Pandemie in den vergangenen Monaten kein Azubi-Speeddating, keine persönliche Beratung in der Schule, kaum Betriebspraktika und Ausbildungsmessen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden. Zudem seien viele Betriebe wegen der wirtschaftlichen Situation verunsichert. In der Folge sei die Zahl sowohl der Ausbildungsplätze als auch der Ausbildungssuchenden zurückgegangen.

5200 Verträge weniger

Im Jahr 2020 ist laut Al-Wazir die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 5200 zurückgegangen, das ist ein Minus von mehr als 13 Prozent. Und auch im laufenden Jahr liege die Zahl von Bewerber:innen und angebotenen Stellen klar unter dem Niveau von 2019.

„Wir müssen deshalb neue Wege gehen, um die jungen Leute zu erreichen“, so der Minister. Ausbildung solle zum Gesprächsthema in den Familien werden. „Deshalb senden wir auf allen Kanälen“, kündigte er an.

Kern der Kampagne ist die Website www.vonazub.de mit vielen Informationen rund um das Thema Ausbildung. Damit die Zielgruppe diese Seite auch besucht, will das Land eifrig trommeln.

Angebote für den Weg in die Ausbildung

„Von AzuB – Mach deinen Weg“ heißt die Werbekampagne des Landes Hessen für die duale Berufsausbildung. Informationen rund um Ausbildung und Beruf sind auf der Website www.vonazub.de zu finden.

„7777+Chancen“ ist eine Kampagne der IHK Frankfurt, der Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main sowie der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Frankfurt. Auch dort wird für die duale Ausbildung getrommelt. Infos unter: www.7777plus.de

„Ausbildung? – Geht immer !“ ist die Aktion der Arbeitsagentur Frankfurt, die sich an Arbeitgeber richtet. Infos unter Tel. 0800 4 5555 20. pgh

So weisen auf Tiktok und Instagram Influencer wie Shayan Garcia, der auf seinem Account zwei Millionen Follower hat, der Fliesenleger Johannes oder der Influencer Karriereguru auf das Angebot hin. „Bildung ist cool. Da steh ich voll dahinter mit meinem Namen“, wirbt etwa Shayan Garcia.

Auf Youtube berichten zudem insgesamt 23 junge Männer und Frauen als Azubi-Reporter:innen von ihren Erfahrungen und der Freude, die sie an ihrer Ausbildung haben. Die kurzen Einblicke in 14 Berufe wurden schon mehr als 800 000-mal angeklickt.

Nele Neuhaus wirbt mit

Beispielsweise die Beiträge von Vanessa und Yannik, die beide im dritten Lehrjahr bei Dentsply Sirona Mechatroniker:in lernen, einem Hersteller von Dentalprodukten und -technologien. „Ich wollte etwas in der Hand haben, studieren kann ich immer noch“, berichtete Yannik. Zudem sei es auch gut, wenn man von Anfang an Geld verdienen könne.

Um auch die Eltern und Lehrkräfte anzusprechen, solle es Ende Juni eine Woche der Ausbildung geben, kündigte Al-Wazir an. Dort sind dann Prominente wie die Bestsellerautorin Nele Neuhaus oder der Fotograf und Pulitzerpreisträger Kai Pfaffenbach aus Hanau mit dabei.

Förderung für Ausbildungsbetriebe

Auch in Richtung der Betriebe mache das Land Angebote, berichtete Al-Wazir. So baue das Land das Förderprogramm zur Verbundausbildung aus. Betriebe bis 499 Beschäftigte könnten dann für alle ihre Auszubildenden eine Unterstützung des Landes beantragen, wo dies bisher nur für einen eingeschränkten Kreis gelte. Insgesamt neun Millionen Euro stelle das Land dafür zur Verfügung.

Fortgesetzt werde unter anderem auch die Kooperation mit den Kammern und dem Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband (Dehoga), um auch bei weitenteils geschlossenen Betrieben Prüfungen zu ermöglichen.

Lesen Sie dazu auch „In Frankfurt gibt es einen dramatischen Einbruch bei der Ausbildung“

Ich wollte von Anfang an etwas mit Technik lernen. Wegen Corona habe ich viel zu Hause am Laptop arbeiten müssen, aber ich bin immer wieder auch im Betrieb. Eine Ausbildung habe ich gemacht, um etwas in der Hand zu haben. Studieren kann ich immer noch. Und Geld verdienen ist auch nicht schlecht.
Schon in meiner Kindheit habe ich gerne mit meinem Papa in der Werktstatt gearbeitet. Nach meiner kaufmännischen Ausbildung wollte ich unbedingt etwas Handwerkliches machen, etwas mit viel Technik. Jetzt freue ich mich, wenn ich anderen davon erzählen kann.

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