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Der Eindruck täuscht: Immer noch ist weniger los in den Zentren als vor der Krise.

Wirtschaft

Hessen will Zukunftsplan für Innenstädte erarbeiten

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Die Krise trifft den Einzelhandel hart, die Innenstädte drohen zu veröden. Das Land will nun einen Plan zur Zukunft der Zentren erarbeiten.

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen setzen dem ohnehin angeschlagenen Einzelhandel massiv zu. Selbst in attraktivsten Lagen halten die Umsätze oft nicht mehr mit den weiterhin hohen Mieten mit, geben kleine Einzelhändler auf, ziehen sich Ketten zurück. Und das bedroht zunehmend auch die hessischen Innenstädte.

Vor diesem Hintergrund hat der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) jetzt bei einem Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern der Industrie- und Handelskammern, von Wirtschaftsverbänden, Kommunen und Fachleuten aus Architektur und Stadtplanung vorgeschlagen, dass ein „Bündnis für die Innenstädte“ einen Zukunftsplan für die Zentren erstellen solle. Für Investitionen zur Umsetzung dieses Plans werde das Land 40 Millionen Euro bereitstellen, versprach er. Vitale und attraktive Zentren seien unerlässlich für die Lebensqualität in Hessens Kommunen.

Der Handelsverband Hessen begrüßt diese Ankündigung. Die Einladung in diesem Bündnis mitzuarbeiten, nehme der Verband natürlich gerne an, sagt Hauptgeschäftsführer Sven Rohde im Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Die Zeit dränge allerdings. Schließlich seien die hessischen Innenstädte nicht erst seit Beginn der Corona-Krise unter Druck. Nun habe sich dieser noch weiter erhöht. Enorm wichtig werde das kommende Weihnachtsgeschäft. Selbst regionale Schließungen würden den Handel daher nach seiner Einschätzung massiv treffen.

„Wir brauchen einen gemeinsamen Kraftakt“, sagt die Vizepräsidentin des hessischen Industrie- und Handelskammertags, Kirsten Schoder-Steinmüller. Der Einzelhandel werde nicht mehr die alleinige Leitfunktion für die Innenstadt übernehmen können. „Deshalb bedarf es einer stärkeren Mischung aus Handel, Gastronomie, Arbeit, Wohnen, Kultur und Freizeit.“

Keinen Erfolg dürfte der Handelsverband Hessen mit seiner Forderung haben, den Geschäften im Dezember die Möglichkeit einzuräumen, auch sonntags zu öffnen. „Wir sind uns sicher, dass dies zur Entzerrung der Passantenströme führen wird, und das ist im Hinblick auf die aktuelle Situation wichtig“, sagt Rohde. Die FDP im Landtag unterstützt das Anliegen. Die Landesregierung äußert sich dagegen sehr zurückhaltend. Im Sozialministerium heißt es zu Sonntagsöffnungen schlicht: „Solche Überlegungen gibt es derzeit in Hessen nicht.“

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