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Bildung

Hessen will Weg an die Universität erleichtern

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Hessen prüft Aufnahmeverfahren für ausländische Studieninteresssierte und will Online-Prüfungen rechtssicherer machen. Im Landtag gibt es dazu eine Experten-Anhörung.

Die Hessische Landesregierung will das Hochschulgesetz reformieren. Dabei geht es auch um die Möglichkeit von Online-Prüfungen sowie den erleichterten Zugang von Zugewanderten an die Hochschulen, die ohne formelle Eignung ein Studium in Hessen aufnehmen wollen. Zumindest der letzte Punkt ist umstritten. Am Donnerstag dieser Woche kommen im Landtag Experten und Expertinnen zusammen, um die Politiker:innen in einer Anhörung über ihre Einschätzung zum Gesetzentwurf zu informieren.

Vorgesehen ist unter anderem, dass Hochschulen eine Zugangsprüfung einrichten können, die es Studienbewerber:innen aus dem Ausland ermöglichen würde, ohne formelle Zugangsvoraussetzungen ein Studium zu beginnen. Dies stößt auf Kritik der hessischen Studienkollegs, in denen solche Bewerber:innen auf ein Hochschulstudium vorbereitet werden. In ihrer Stellungnahme verweist Barbara Hennig, Leiterin des Kollegs der Technischen Universität Darmstadt, stellvertretend für ihre Kolleg:innen auf das Beispiel Nordrhein-Westfalen.

Wissensland Hessen

In Hessen gibt es zehn Hochschulen mit Promotionsrecht. Außerdem vier Kunsthochschulen und sechs kirchliche Hochschulen.

Es gibt 13 Fachhochschulen und vier Verwaltungsfachhochschulen. In Geisenheim gibt es zudem eine so genannte Hochschule neuen Typs. pgh

Dort gebe es einen solchen erleichterten Hochschulzugang bereits seit elf Jahren, schreibt Hennig. Es sei allerdings keine gleichwertige Zugangsprüfung entwickelt, sondern stattdessen seien die Zugangsvoraussetzungen abgesenkt worden. Die Studienvorbereitung entspreche größtenteils nicht mehr den bundesweit anerkannten Bildungsstandards. „Damit wird das Gleichstellungsprinzip unter allen Studienbewerber:innen ausgehebelt“, kritisiert sie. Durch Absenken des Eingangsniveaus würde auch in Hessen ein Sonderweg zum Studium ermöglicht, mahnen die Studienkollegs. Ein solches Absenken könne zu höheren Studienabbruchzahlen führen und dem Ziel, die hessischen Hochschulen zu internationalisieren, „erheblich entgegenwirken“. Stattdessen sollten die Qualitätsstandards der Studienkollegs für die Vorbereitung und Prüfungsabnahme zugrunde gelegt werden. Nach Ansicht des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) würde dagegen die Neuregelung die Attraktivität des Studienstandortes Deutschland für leistungsstarke und hochqualifizierte Studieninteressierte deutlich steigern.

Ein weiterer Punkt sind Online- oder Fernprüfungen. Der Verband der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften begrüßt, dass mit dem Entwurf Fernprüfungen auf eine rechtliche Basis gestellt würden. Jedoch führe dies zu einem hohen Aufwand, so dass diese Art der Prüfung nur in sehr begrenztem Umfang als Alternative zu Klausuren angeboten werden könne.

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt den rechtssicheren Rahmen für digitale Prüfungen und die Freiwilligkeit der Teilnahme. Den Einsatz automatischer Videoüberwachungssoftware auch bei freiwilliger Prüfungsteilnahme dagegen lehnt die GEW ab. Sollte aufgrund einer zu hohen Teilnehmerzahl eine manuelle Kontrolle nicht möglich sein, müsse die Prüfung in Präsenz stattfinden.

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