Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Waschbär
+
Auch Waschbären gehen in die Fallen.

Tierschutz

Hessen will Totschlagfallen verbieten

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Diese Jagdmethode ist aus Gründen des Tierschutzes nicht mehr zeitgemäß, argumentieren die Grünen. Auch der geschützte Baummarder oder sogar Katzen könnten darin verenden.

Das Verbot von Totschlagfallen sieht ein Gesetzentwurf vor, den die schwarz-grüne Koalition am heutigen Mittwoch in den Landtag einbringen will. Für eine moderne Jagdausübung seien diese Geräte nicht mehr erforderlich. „Die Gefahr, dass das Tier ungenau getroffen wird und elendig verreckt, ist zu groß“, argumentiert der für Tierschutz und Jagd zuständige Landtagabgeordnete der Grünen, Hans-Jürgen Müller, im Gespräch mit der FR. Auch könnten die falschen Tiere darin den Tod finden. Etwa der Baummarder, der im Gegensatz zum Steinmarder unter Schutz steht. Katzen könnten sich ebenfalls von den Ködern anlocken lassen. Deshalb hätten die Grünen das Verbot in den Koalitionsvertrag hineinverhandelt.

Markus Stifter vom Landesjagdverband Hessen verteidigt die Methode. Bisher sei kein Fall bekannt, in dem ein Tier in einer Totschlagfalle langsam verendet sei. Die verwendeten Geräte habe ein in Kanada akkreditiertes Labor zertifiziert. In Hessen würden hauptsächlich Fuchs und Waschbär auf diese Art bejagt. Tiere, die unterwegs sind, wenn die Jägerschaft es nicht ist: in der Nacht.

„Totschlagfallen sind nicht sehr weitverbreitet“, versichert Stifter. Zahlen lägen ihm dazu nicht vor. Die Statistik des Verbands differenziert nicht zwischen Lebend- und Totfangfallen. Der Anteil der mit Fallen erlegten Tiere unterscheide sich regional. In der Wetterau etwa betrug er in dieser Saison 14 Prozent bei den Füchsen, 46 Prozent bei Waschbären, 14 Prozent bei Dachsen, 60 Prozent bei Nutrias und 82 Prozent beim Mink, dem Amerikanischen Nerz.

„Die Fangjagd ist ein dringend notwendiges und unverzichtbares Instrument für Artenschutz“, argumentiert Stifter. Sie garantiere Bodenbrütern wie Rebhuhn, Kiebitz oder Feldlerche das Überleben. Das zieht der Grünen-Abgeordnete Müller nicht in Zweifel. „Die Jäger müssen eingreifen, weil Beutetiere fehlen. Ihre Arbeit ist wichtig.“ Doch Totschlagfallen seien aus der Zeit gefallen. Andere Bundesländer hätten sie längst verboten – etwa Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, das Saarland oder Berlin. „Das Jagen geht damit einfacher“, sagt Müller – doch Tierschutz genieße Priorität.

Der Landesjagdverband hat für den Fall einer gesetzlichen Änderung bereits eine Forderung formuliert: „Sollte das Verbot von Totschlagfallen beschlossen werden, ist eine Förderung von digitalen Fangmeldern für Lebendfangsystem aus Mitteln der Jagdabgabe dringend sicherzustellen“, sagt Markus Stifter. Gemeint ist eine Technik, die den Jäger oder die Jägerin per Handy informiert, sobald ein Tier in die Lebendfalle gegangen ist. Eine gute Sache, meint Grünen-Abgeordneter Müller. Aber es müsse eine Selbstverständlichkeit sein, die Fallen in kurzen Zeitabständen zu kontrollieren. Warum das plötzlich nur noch mit finanziellen Zuschüssen funktionieren solle, erschließe sich ihm nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare