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Hessen

Hessen will Studieren in Teilzeit erleichtern

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Die hessische Wissenschaftsministerin Dorn will Studienmöglichkeiten eröffnen für junge Leute mit Job oder Kindern. Auch bei den Lehrenden sieht ihr Gesetz Neuigkeiten vor.

Die Hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) will die Hürden für Menschen abbauen, die kein Vollzeitstudium absolvieren können. Künftig sollen möglichst alle Studiengänge so gestaltet sein, dass sie auch in Teilzeit zu bewältigen sind.

Das kündigte Dorn am Dienstag in Wiesbaden an, wo sie in einer Online-Pressekonferenz ihren Entwurf für das neue Hochschulgesetz vorstellte. Es solle kein Studium daran scheitern, „dass jemand neben dem Studium arbeitet oder Kinder oder Angehörige zu betreuen hat“, erläuterte die Ministerin. Die große Mehrheit der Studierenden müsse schließlich während des Studiums arbeiten.

Geld der Asten

Die Finanzen der Allgemeinen Studierendenvertretungen sollen besser überprüft werden. Das sieht der Entwurf für das hessische Hochschulgesetz vor. So sollen die Asten verpflichtet werden, ihre Finanzen von externen Wirtschaftsprüfern testieren zu lassen – auf eigene Kosten.

Der Hessische Rechnungshof hatte mehrfach Unregelmäßigkeiten bei Asten bemängelt. Teilweise sei Geld veruntreut worden, teilweise hätten Finanzpläne völlig gefehlt.

Studierende müssen oft mehr als 300 Euro an Semesterbeitrag aufbringen. Darin ist ein Semesterticket für den Nahverkehr enthalten. Ein Teil der Summe fließt an den jeweiligen Asta. Festgelegt wird die Höhe der Beiträge von den Studierendenparlamenten. Die Hochschule hat lediglich die Rechtsaufsicht. pit

Hilfreich könnten für diese Gruppen auch digitale Angebote sein, wie sie sich zu Corona-Zeiten durchgesetzt haben. Sie erlaubten es Studierenden etwa, Vorlesungen vom Vormittag erst am Abend anzuschauen.

Dorn will das Gesetz nach den Sommerferien in den Landtag einbringen, so dass es bis Ende 2021 beschlossen werden könnte. Einige Fragen seien noch nicht beantwortet, räumte sie ein. So sei nicht klar, wie Teilzeitstudien sich auf die Regelstudienzeit und auf den Bezug von Bafög auswirkten. „Das ist ein schwieriges Thema“, sagte die Ministerin. Ihr Entwurf sieht die Einführung einer „individuellen Regelstudienzeit“ vor. Über die Bafög-Fragen werde mit dem Bund verhandelt.

Die Lehre soll nach dem Willen der Ministerin gestärkt werden, indem die Hochschulen Stellen für Dozentinnen und Dozenten schaffen. Während der Schwerpunkt bei den Professuren auf der Forschung liege, sollten sich die Dozenturen auf die Lehre konzentrieren, erläuterte Dorn. Dies könne zu einer „Win-win-Situation“ werden. Einerseits profitierten die Hochschulen. Andererseits seien solche Stellen attraktiv für wissenschaftlich qualfizierte Personen, die ortsgebunden seien und den Fokus auf die Lehre legen wollten. Auch Lehrbeauftragte, die nur wenige Stunden unterrichten, sollen sich nach den Vorgaben des Gesetzes künftig in Didaktik fortbilden müssen.

Grünen-Politikerin Dorn bekräftigte ihr Ziel, dass mehr Frauen auf Professuren und in Führungsfunktionen berufen werden. Derzeit sei nur ein Viertel der Professuren mit Frauen besetzt. Um Abhilfe zu schaffen, müssen Hochschulen laut dem Gesetz nachweisen, dass sie aktiv nach Kandidatinnen für zu besetzende Stellen gesucht haben.

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