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Hessen

Hessen will Landarztquote für Medizinstudierende

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das Land will auch Nachwuchs für Gesundheitsämter bei Vergabe bevorzugen. Die Opposition fordert mehr Studienplätze.

Hessen will die Hürden für einen Medizin-Studienplatz senken. Für jene, die sich verpflichten, sich nach der Ausbildung mindestens zehn Jahre in einer unterversorgten Region niederzulassen: als Fachärzt:innen für Kinder- und Jugendmedizin oder Allgemeinmedizin. Auch eine künftige Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst sieht der Gesetzentwurf vor, den Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch in den Landtag einbrachte. Zudem will das Land mit zusätzlichen finanziellen Anreizen den Zusammenschluss von Krankenhäusern vorantreiben.

„Gesundheit darf nicht vom Wohnort abhängen“, sagte Klose. Der Entwurf sieht vor, dass bis zu 65 der aktuell 1000 Studienplätze für den hausärztlichen Bereich reserviert bleiben. Maximal 13 für den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Beide Sektoren kämpfen mit Nachwuchsproblemen. Prognosen zufolge werden knapp die Hälfte der aktuell 2100 niedergelassenen Hausärztinnen und Hausärzte auf dem Land bis 2030 aufhören. Bundesweit werden in den kommenden Jahren bis zu zwei Drittel der Amtsärztinnen und Amtsärzte aus dem Dienst ausscheiden. Wie dem Gesetzentwurf weiter zu entnehmen ist, ist der Personalmangel in den hessischen Gesundheitsämtern jetzt schon spürbar. Lediglich 88 Prozent aller ärztlichen Stellen seien besetzt.

Die Gesundheitspolitikerin der SPD, Daniela Sommer, begrüßte die von der SPD auch schon geforderte Landarztquote. Sie sei neugierig, wie das Land die Kritiker aus Ärzteschaft und Universität überzeugen wolle. Sommer forderte eine Erhöhung der Studienplätze. In die gleiche Kerbe schlug Christiane Böhm von der Linksfraktion. Knackpunkt sei, dass die jüngere Ärztegeneration andere Arbeitsbedingungen wünsche. Yanki Pürsün von der FDP drängte angesichts des nahenden Hausärztemangels auf mehr Tempo. Digitalisierung wäre eine schnellere Lösung, als alleine auf zusätzliche Nachwuchskräfte zu setzen, die erst eine lange Ausbildung hinter sich bringen müssten.

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