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Hessen verschiebt die Abschlussprüfungen an den Schulen um einige Wochen nach hinten.
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Hessen verschiebt die Abschlussprüfungen an den Schulen um einige Wochen nach hinten.

Schulen

Prüfungen verschoben: Hessen will keinen Schulabschluss light

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Das Abitur und die anderen Prüfungen werden nach hinten verschoben, damit mehr Zeit zum Lernen bleibt. Und noch etwas ist anders als sonst.

Hessen verschiebt die Abschlussprüfungen an den Schulen um einige Wochen nach hinten. Die Schülerinnen und Schüler sollen dadurch mehr Zeit für die Vorbereitung bekommen. Beim Abitur soll es eine größere Auswahl bei den Aufgaben geben. Die Verschiebung hatte die Landesregierung bereits im vergangenen Jahr angekündigt, nun stehen die Termine fest.

Auf eines legt Kultusminister Alexander Lorz (CDU) besonderen Wert: Die Prüfungen sollen ebenso schwierig sein wie in Nicht-Corona-Jahren. Deshalb werde Hessen auch an den zentralen Abschlussprüfungen festhalten, bei dem die Schulen die Aufgaben hessenweit einheitlich vorgegeben bekommen. „Mit uns wird es keinen ‚Abschluss light‘ geben“, betonte Lorz am Freitag in Wiesbaden.

Es geht um das Abitur sowie die Prüfungen im Haupt- und Realschulbildungsgang und an Fachoberschulen. Die Schülerinnen und Schüler in den Abschlussklassen sind zurzeit die einzigen in Hessen, die nahezu regulär Präsenzunterricht in den Schulen erhalten.

Im laufenden Schuljahr sind aufgrund der Pandemie zahlreiche Unterrichtsstunden ausgefallen oder konnten lediglich digital erteilt werden. Die Anpassungen bei den Prüfungen sollen diese Ausfälle nach Vorstellung der Landesregierung möglichst ausgleichen. Beim Prüfungsstoff, das hatte Lorz bereits mehrfach versichert, solle nur das abgefragt werden, was tatsächlich unterrichtet worden sei. Die zusätzliche Zeit solle zum „Nacharbeiten und Vertiefen prüfungsrelevanter Unterrichtseinheiten“ verwendet werden.

Beim Landesabitur wird es eine zusätzliche Aufgabe geben, aus der die Lehrkräfte auswählen können. Sie sollen so den Kenntnisstand ihrer Schülerinnen und Schüler besser berücksichtigen können. Dies gilt sowohl für den Haupt- als auch den Nachtermin. Entsprechend soll auch an den Fachoberschulen verfahren werden.

Termine

Beim Abitur finden die schriftlichen Prüfungen erst nach den Osterferien statt, also rund zwei Monate später als üblich. Die Haupttermine sind vom 21. April bis 5. Mai, die Nachtermine vom 18. Mai bis 2. Juni vorgesehen. Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen der Haupt- und Realschule werden um drei Wochen verschoben. Haupttermine sind vom 7. bis 11. Juni, die Nachprüfungen werden vom 21. bis 23. Juni abgenommen. In den letzten Wochen vor der Prüfung soll der Unterricht auf die Prüfungsfächer konzentriert werden.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch, fordert, die curricularen Vorgaben für die Abiturprüfungen zu ändern. Damit solle sichergestellt werden, dass tatsächlich nur Themenbereiche Gegenstand der Prüfungen seien, die im Präsenzunterricht behandelt worden seien. Keinesfalls solle das Niveau gesenkt werden, es würden lediglich nicht alle regulär vorgesehenen Themen in die Prüfungen einfließen.

Die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe hatte vorgeschlagen, dass das Abitur notfalls auch ohne Prüfungen abgelegt werden können solle. Auch die anderen Abschlussprüfungen sollten entfallen können.

„Absolventen bekämen ihr Abschlusszeugnis dann quasi im Vorbeigehen“, kritisiert der Vorsitzende des Hessischen Philologenverbands, Reinhard Schwab. Ohne Abschlussprüfungen wäre der Wert des Abiturs beschädigt. Zudem nehme man den Prüflingen die Möglichkeit der Selbsterfahrung bei der Prüfungsvorbereitung und in der Prüfungssituation. Dies aber sei für deren weiteren Berufs- und Bildungsweg nicht unerheblich.

Korhan Ekinci, Vorsitzender des Landeselternbeirats, berichtet von den Sorgen der Eltern, ihre Kinder könnten einen zweitklassigen Schulabschluss machen und damit benachteiligt sein. „Die Prüfungen dürfen nicht schwerer, aber auch nicht leichter als sonst sein“, fordert Ekinci. Und auch der Notenschnitt solle nicht von dem anderer Jahre abweichen. Im Unterricht komme es nun darauf an, den Fokus auf die Prüfungen zu legen.

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