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Grundschüler:innen sollen ab 2029 an einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten, Erstklässler:innen sogar von 2026 an.
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Grundschüler:innen sollen ab 2029 an einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten, Erstklässler:innen sogar von 2026 an.

Ganztagsschule

Hessen weitet Kinderbetreuung enorm aus

Weitere 50 000 Plätze sollen den Rechtsanspruch für Grundschulkinder in Hessen erfüllen. Wohlfahrtsverbände fordern auch Augenmerk auf Qualität

Hessen verstärkt die Ganztagsbetreuung für Schulkinder massiv. „Für den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2026 bauen wir in den kommenden Jahren weitere 50 000 Ganztagsplätze aus“, kündigt die Grünen-Abgeordnete Kathrin Anders an.

Bund und Länder hatten sich vor wenigen Tagen darauf verständigt, dass Grundschülerinnen und -schüler von 2029 an einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten. Für Erstklässlerinnen und Erstklässler gilt er bereits von 2026 an.

Hohe Investitionssumme

Kultusminister Alexander Lorz (CDU) verspricht, die Betreuungsplätze „bedarfsgerecht“ auszubauen. CDU-Bildungspolitiker Armin Schwarz schätzt die Investitionskosten für Hessen auf rund 660 Millionen Euro bis zum Jahr 2030. Die Betriebskosten würden ab dem Jahr 2030 um rund 350 Millionen Euro wachsen.

Recht auf Betreuung

Im Schuljahr 2026/27 besteht erstmals ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Er betrifft zunächst nur die Erstklässlerinnen und Erstklässler.

Jedes Jahr kommt ein weiterer Jahrgang hinzu, so dass der Rechtsanspruch mit Beginn des Schuljahrs 2029/30 für die Grundschulklassen 1 bis 4 gilt. Das haben Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat in diesem Monat beschlossen.

Hessen würde nach einer groben Schätzung etwa ein Drittel dieser Kosten vom Bund erstattet bekommen. Berlin beteiligt sich an den Investitionskosten mit 3,5 Milliarden Euro und an den Betriebskosten ab 2030 mit 1,3 Milliarden Euro, jeweils bundesweit. Wenn das Geld nach dem gängigen Verteilungssystem vergeben wird, dem Königsteiner Schlüssel, hätte Hessen Anspruch auf gut 220 Millionen Euro für Investitionskosten sowie jährliche Betriebskosten von knapp 100 Millionen Euro.

Bundespolitik zwingt zu Co-Finanzierung

Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) sieht die Entstehungsgeschichte skeptisch. „Wir haben als Länder das Problem, dass der Bund regelmäßig neue politische Felder entdeckt, die in dem Sinne oft nicht verkehrt sind. Aber wir als Länder sind gezwungen, die Co-Finanzierung vorzunehmen“, sagte er. „Das macht uns große Sorgen.“

Kultusminister Lorz und die schwarz-grüne Koalition betonten, dass Hessen bereits vor der Bund-Länder-Einigung viel für den Ganztagsausbau getan habe. So würden in diesem Schuljahr rund 4000 Stellen für ganztägige Angebote eingesetzt. „Das sind mehr als doppelt so viele Stellen wie zu Beginn der vergangenen Legislaturperiode“, sagte der Sprecher des Ministers, Philip Bender. Grünen-Politikerin Anders legt wert auf die Feststellung, dass diese Verdoppelung „seit grüner Regierungsbeteiligung“ gelungen sei.

„Dem Ausbau Flügel verleihen“

Christoph Degen (SPD) lobte die Bund-Länder-Vereinbarung. Er zeigte sich „überzeugt, dass der Rechtsanspruch dem bislang zaghaften hessischen Ausbau der Ganztagsbeschulung Flügel verleihen werde“. Derzeit gibt es laut Kultusministerium Ganztagsangebote an drei von vier hessischen Schulen. An den Grundschulen liege der Anteil bei zwei Dritteln. Dazu zählt aber bereits eine Betreuung bis 14.30 Uhr an einigen Tagen.

Die Linken-Bildungspolitikerin Elisabeth Kula befürchtet „weitere Mogelpackungen“, die „betreutes Mittagessen schon als Ganztagsangebot“ definierten. Die Liga der Wohlfahrtsverbände forderte, bei der Umsetzung des Ganztagsausbaus „qualitative Leitplanken zu formulieren“, Es gehe darum, „den Ganztag aus Kinderperspektive zu denken und Angebote zu schaffen, die Kinder in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern“, betonte Stefan Wink vom Caritasverband.

Der Kommentar zur Bund-Länder-Vereinbarung: Die Chance nutzen

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