1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Weihnachtsgeld auf der Kippe

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jutta Rippegather

Kommentare

Die Kosten für Kliniken in Hessen explodieren.
Die Kosten für Kliniken in Hessen explodieren. © (dpa)

Preissteigerungen bringen Krankenhäusern in Liquiditätsprobleme. Der Klinikverbud fordert rasche Hilfe von der Politik.

Die öffentlichen Kliniken in Hessen rutschen im nächsten Jahr tief in die roten Zahlen. Selbst Häuser mit jahrzehntelanger exzellenter Patientenversorgung auf einer soliden wirtschaftlichen Grundlage werden bei unveränderter Gesetzeslage zwangsläufig defizitär. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Klinikverbunds Hessen. Bereits jetzt müssten viele Krankenhäuser die Lücke bei der Investitionsfinanzierung decken, weil die Fördermittel des Landes nicht ausreichten. Und die Kosten für das Pflegepersonal vorfinanzieren, weil die Verhandlungen mit den Krankenkassen sich hinziehen. Für einige Kliniken sei fraglich, ob ohne sofortige Unterstützung die Liquidität ausreiche, um das anstehende Weihnachtsgeld zu zahlen.

Hohe Defizite

Mehr als 80 Prozent der Befragten erwarten demnach bereits für 2022 ein Defizit von durchschnittlich rund 5 Millionen Euro und für 2023 von durchschnittlich 7 Millionen Euro. „Krankenhäuser haben gesetzlich festgelegte Einnahmemöglichkeiten, sie können Mehrkosten nicht über Preissteigerungen kompensieren, sind aber von allen anderen Kostensteigerungen genauso betroffen, wie jeder andere,“ stellt Geschäftsführer Reinhard Schaffert fest. Die Politik müsse rasch Tarif- und Inflationsausgleiche zugestehen, die Coronahilfen wieder einführen. Wenn dies nicht geschehe, müssten die kommunalen Träger in ihren Haushalten einen erheblichen Defizitausgleich für Ihre Krankenhäuser bereitstellen. „Oder wir werden zum Jahresende 2023 weit weniger Krankenhäuser in Hessen haben – darunter auch Kliniken, die für die Gesundheitsversorgung in Hessen zweifellos notwendig sind.“

Auch interessant

Kommentare