Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Pendler01_75031_071120
+
Bahn statt Auto - noch lange nicht.

ÖPNV

Wegen Corona nicht in Bus und Bahn

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Die Angst vor Ansteckung schreckt Fahrgäste in Hessen ab und bringt öffentliche Verkehrsmittel in Probleme. Minister Al-Wazir hat darauf eine Antwort.

Die Corona-Pandemie setzt dem öffentlichen Nahverkehr zu. Das zeigt eine Infas-Erhebung zum Mobilitätsverhalten in Hessen, die vom hessischen Verkehrsministerium in Auftrag gegeben und am Mittwoch veröffentlicht worden ist.

„Die Angst vor Infektionen ist der Hauptgrund für die Suche nach Alternativen zum öffentlichen Verkehrsmittel“, heißt es in der Infas-Auswertung. „Diese können andere Verkehrsmittel wie Auto oder Fahrrad sein, oder aber es wird versucht, gänzlich auf Wege außer Haus zu verzichten.“ Das dramatische Fazit: Die verbliebenen Nutzer:innen von Bussen und Bahnen rekrutierten sich „überwiegend aus denen, denen keine Alternative zur Verfügung steht“.

In bisher zwei Wellen während der Corona-Krise hatte das Umfrageinstitut erforscht, wie oft sich die Hessinnen und Hessen fortbewegen und welche Verkehrsmittel sie dabei nutzen. Insgesamt zeigt die Studie, dass die Menschen in Hessen im Herbst 2020 deutlich weniger unterwegs waren als in einem normalen Herbst. Statt drei Wegen wurden im Schnitt nur 2,4 Wege pro Tag zurückgelegt. Zudem waren die Strecken kürzer, auf längere Strecken wurde verzichtet.

Von den Personen, die seltener als früher mit Bus und Bahn fahren, gaben zwei Drittel die Angst vor Ansteckung als Hauptgrund an. Nur jeweils etwa halb so viele nannten schlechte Verbindungen oder eine schlechte Taktung als Grund. Auch die Maskenpflicht wurde angeführt: 17 Prozent sagten, dass sie deswegen weniger mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seien.

„Bewährungsprobe“ im Frühjahr

Bereits im Frühjahr habe sich eine „Bewährungsprobe“ für den öffentlichen Verkehr angedeutet, weil der Rückgang der Fahrgastzahlen enorm gewesen sei, heißt es in der Studie. „Der erste Lockdown wurde aber eher als außerordentliche Ausnahme wahrgenommen, eine Situation, die sich nicht so schnell wiederholen kann und darf.“

Mit dem zweiten Lockdown zeige sich aber: „Eine Änderung zum Guten ist nicht in Sicht, da auch ein größeres Platzangebot in den Fahrzeugen, verbesserte Hygiene und verstärkte Reinigungen oder die Durchsetzung der Maskenpflicht nur einen Teil der ehemaligen Fahrgäste zurück in die Fahrzeuge bringen würde. Und je länger die Pandemie andauert, desto größer wird der Schaden für den öffentlichen Verkehr.“

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bekräftigte das Ziel, den öffentlichen Nahverkehr „attraktiver und klimafreundlicher“ zu gestalten. „Ich bin sicher, dass diejenigen, die wegen der Sorge vor einer Ansteckung aufs Auto umgestiegen sind, wieder für Bus und Bahn zurückgewonnen werden können“, betonte Al-Wazir. Deswegen müsse das Angebot stimmen. Auch deshalb stabilisiere das Land seit Beginn der Corona-Pandemie die Verkehrsverbünde und die kommunalen Verkehrsbetriebe mit Hunderten Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare