Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ab Mitte Februar dürfen hessische Schüler und Schülerinnen wenigstens manchmal wieder in den Präsenzunterricht kommen.
+
Ab Mitte Februar dürfen hessische Schüler und Schülerinnen wenigstens manchmal wieder in den Präsenzunterricht kommen.

Bildung

Wechselunterricht ab Februar

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
    schließen

Der Kultusminister in Hessen, Alexander Lorz, lässt erst die Kleineren, dann die Größeren an Schulen zurückkehren. Die GEW ist erleichtert, dass endlich etwas längerfristig geplant wird.

Nun also doch: Hessens Schulen gehen von Mitte Februar an zum Wechselunterricht über. Monatelang hatte sich Kultusminister Alexander Lorz (CDU) dagegen gewehrt, landesweit ein solches Modell einzusetzen.

Beim Wechselunterricht ist stets nur ein Teil der Klasse persönlich anwesend, während der andere Teil per Fernunterricht beschult wird. Die Schülerinnen und Schüler können sich tageweise, wochenweise oder in einem anderen Rhythmus abwechseln.

Minister Lorz informierte Schulen und Eltern in Briefen, die er auch im Internet veröffentlichte, über seine Absichten. Danach bleibt es bis zum 14. Februar beim jetzigen Status – also Präsenzunterricht nur für Abschlussklassen.

Vom 15. Februar an sieht der Kultusminister die Einführung von Wechselunterricht in den Klassen 1 bis 6 vor. Mit einem Vorbehalt: Die Rückkehr zum teilweisen Präsenzunterricht gelte nur, „wenn das Infektionsgeschehen es zulässt und vorbehaltlich der weiteren gemeinsamen Entscheidungen von Bund und Ländern“.

Zugleich werde eine Notbetreuung eingerichtet für jene Schülerinnen und Schüler, die im Wechselunterricht gerade nicht im Klassenzimmer präsent sein sollten. Die ersten sechs Klassen sollten „möglichst früh im März“ in einem nächsten Schritt in den „Präsenzunterricht im eingeschränkten Regelbetrieb zurückkehren“, teilte Lorz den Schulen und Eltern weiter mit.

Die älteren Schülerinnen und Schüler werden – mit Ausnahme der Abschlussklassen – erst später in den persönlichen Unterricht zurückkehren. Es sei vorgesehen, dass sie im März mit Wechselunterricht anfingen, schreibt Alexander Lorz. Bis zu den Osterferien soll es dabei bleiben; sie beginnen in Hessen am Osterwochenende Anfang April. Lorz nennt als Ziel, auch diese älteren Jahrgangsstufen „baldmöglichst wieder in Präsenz zu unterrichten“.

Nach den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag und der Sitzung des hessischen Corona-Kabinetts am Mittwoch hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) nur mitgeteilt, dass die hessischen Regelungen zu Schulen und Kinderbetreuung bis Mitte Februar bestehen blieben. „Schülerinnen und Schüler sollen bis Klasse 6, wo immer möglich, dem Präsenzunterricht fernbleiben“, hieß es in den Beschlüssen des Corona-Kabinetts. Von Jahrgangsstufe 7 an gebe es Distanzunterricht, mit Ausnahme von Abschlussklassen. Klassenarbeiten würden „in der Regel“ nicht geschrieben.

GEW: „Endlich“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßte, dass das Kultusministerium das Wechselmodell „jetzt endlich“ als geeignetes Instrument anerkenne, „um Infektionsschutz und pädagogische Notwendigkeiten zu verbinden“. Die hessische GEW-Vorsitzende Maike Wiedwald kommentierte: „Nur so kann sichergestellt werden, dass sich Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in einem regelmäßigen Rhythmus auch in der Schule begegnen“. Viele Lehrkräfte, Eltern, Schülerinnen und Schüler hätten ein solches Modell schon länger gefordert, erinnerte die Gewerkschaft.

Im Landtag machen sich SPD und Linke seit Monaten für das Wechselmodell stark. Kultusminister Lorz hatte es aber im vorigen Jahr stets abgelehnt, ein solches Modell landesweit vorzusehen. Die Entscheidung müsse vor Ort dort getroffen werden, wo die Infektionszahlen besonders hoch seien. Im Dezember berichtete er im hessischen Landtag, dass dies auch funktioniere. Überall, wo die Inzidenz auf über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gestiegen sei, sei Wechselunterricht praktiziert worden.

GEW-Chefin Wiedwald begrüßte, „dass den Schulen erstmals seit einem Jahr eine etwas längere Perspektive und die notwendige Zeit für die Vorbereitung auf ein verändertes Unterrichtsmodell gegeben“ werde. Sie halte es aber für „unsinnig, den Umstieg auf das Wechselmodell in den Grundschulen auf möglicherweise nur 14 Tage von Mitte Februar bis Anfang März zu begrenzen“. Die GEW forderte für die Grundschulen eine Festlegung bis zu den Osterferien.

Die Linken-Bildungspolitikerin Elisabeth Kula freute sich: „Endlich bewegt sich etwas im Kultusministerium, aus dem vorgestern noch zu hören war, Wechselunterricht in Hessen sei aufgrund der fehlenden Abstimmung mit der Bundeskanzlerin nicht möglich.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare