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Hessen: Warmes Wasser für die Grünen

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Von: Hanning Voigts

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Der hessische Landtag will Energie sparen – auch beim Heizen und Händewaschen.
Der hessische Landtag will Energie sparen – auch beim Heizen und Händewaschen. Foto: Rolf Oeser © Rolf Oeser

Weil der hessische Landtag Energie sparen will, hat ein Großteil des Parlaments nur kaltes Wasser zum Händewaschen. Für das Präsidium, Teile der Verwaltung und die Grünen gilt das aber nicht.

Energiesparen ist im Moment überall das Gebot der Stunde. Die massiven Preissteigerungen bei Öl und Gas führen in diesem Winter allerorts dazu, den eigenen Energieverbrauch zu überdenken. Im Hessischen Landtag führt das nach FR-Recherchen zu der etwas absurden Konsequenz, dass Abgeordnete und Mitarbeiter:innen vieler Fraktionen ihre Hände nur noch mit kaltem Wasser waschen können, während das für einige andere Abgeordnete und auch Teile der Verwaltung nicht gilt.

Wie Moritz Josten, der Sprecher des hessischen Parlaments, der Frankfurter Rundschau auf Nachfrage bestätigte, hatte der Ältestenrat des Landtags sich darauf verständigt, möglichst viel Energie einzusparen. Als eine Konsequenz wurden in drei der insgesamt vier vom Landtag in der Wiesbadener Innenstadt genutzten Gebäude, nämlich im sogenannten Mittelbau, im Atriumhaus und im Wilhelmsbau, die Durchlauferhitzer und Boiler demontiert und alle Wasserhähne ausgetauscht.

Hessen: Dass es teilweise noch Warmwasser gibt, hat technische Gründe

In diesen drei Gebäuden, in denen auch der Plenarsaal, die Büros aller Journalist:innen von der Landespressekonferenz und das HR-Landtagsstudio liegen, gibt es seitdem in den Toiletten und den Teeküchen nur noch kaltes Wasser.

Im zum Wiesbadener Schlossplatz hin gelegenen Kavaliershaus dagegen erfolgt, wie Josten erklärte, die Warmwasserversorgung direkt über die Heizungsanlage. Ein Umbau dieser Anlage wäre mit „vergleichbar deutlich höherem Aufwand und mit deutlich höheren Kosten verbunden“. Diese seien für das Ziel kurzfristiger Energieeinsparung nicht verhältnismäßig. In den Büros im Kavaliershaus gibt es daher wie zuvor warmes Wasser, das betrifft etwa Teile der Landtagsverwaltung, das Parlamentspräsidium und die Fraktionsräume der Grünen.

Hessen: Abgeordnete und Mitarbeiter sollen in Eigenregie Energie sparen

Hier setze man darauf, dass die Beschäftigten und Abgeordneten in Eigenverantwortung nur kaltes Wasser zum Händewaschen benutzten, sagte Josten dazu. Den bisherigen Rückmeldungen zufolge gebe es auch eine große Bereitschaft, „einen aktiven Beitrag zu leisten, um mehr Energie einzusparen“.

Im Landtag war in den vergangenen Wochen zum Teil hinter vorgehaltener Hand spekuliert worden, ob es vielleicht eine unterschiedliche Behandlung der einzelnen Landtagsfraktionen geben könnte.

Hessen: Sparsame Laptops und Anschluss ans Fernwärmenetz

Wie Landtagssprecher Josten weiter mitteilte, sei das Parlament mit Hilfe eines Energieberaters schon länger dabei, seinen Energieverbrauch zu senken. Im Sommer seien die Räume schon nicht mehr so stark gekühlt worden wie in der Vergangenheit, außerdem setze man in der IT-Abteilung auf Laptops, die weniger Strom verbrauchten als Desktop-Computer.

In diesem Winter heize man die Räume auf maximal 19 Grad. Zu Beginn des kommenden Jahres solle der Landtag, der aktuell übergangsweise mit Öl heize, zudem ans städtische Fernwärmenetz angeschlossen werden, wodurch der eigene Gasverbrauch auf null gesenkt werden solle. (Hanning Voigts)

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