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Hessen

Hessen war im Sommer nicht vorbereitet auf viele Booster-Impfungen

  • Pitt v. Bebenburg
    VonPitt v. Bebenburg
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Land Hessen will Vakzin-Mangel schnell überwinden.

Die hessische Landesregierung ist vom riesigen Bedarf an zusätzlichen Impfungen überrascht worden. „Im Sommer war mit einer niedrigeren Zahl von Auffrischungsimpfungen gerechnet worden“, sagte Sozial-Staatssekretärin Anne Janz (Grüne) am Mittwoch im Sozialausschuss des hessischen Landtags.

„Nach den Erfahrungen mit anderen Impfstoffen“ sei nicht zu erwarten gewesen, dass die Wirkung der Corona-Vakzine so schnell nachlasse. Damit beantwortete die Staatssekretärin Fragen der FDP. Diese hatte im Ausschuss wissen wollen, warum die Landesregierung nicht schon im Sommer Anstrengungen unternommen habe, um die Versorgung der doppelt geimpften Bürgerinnen und Bürger mit Booster-Impfungen sicherzustellen.

Dabei äußerten die Freidemokraten auch den Eindruck, das Land habe im Sommer nicht genug getan, um ungeimpfte Gruppen besser zu erreichen. Dem widersprach Janz entschieden. Es habe den ganzen Sommer über niedrigschwellige Angebote und „Werbung auf allen Kanälen“ für die Corona-Impfung gegeben. Sie ärgere sich darüber, dass die Impfbereitschaft so gering gewesen sei, „dass wir die vierte Welle nicht verhindern konnten“.

Für die Beschaffung des Impfstoffs trage die Bundesregierung Verantwortung, sagte Janz, ohne die aktuelle Knappheit direkt anzusprechen. Die hessische Landesregierung habe sich aber „sehr aktiv auf Bundesebene eingemischt“, damit ausreichend Vakzin zur Verfügung steht. Der FDP-Sozialpolitiker Yanki Pürsün beklagte einen „unfassbaren Eingriff in die hausärztliche Praxis“, weil dort mangels Impfstoffs Termine abgesagt werden müssten.

Janz bekräftigte das von der Regierung verkündete Ziel, demnächst 400 000 Menschen pro Woche zu impfen. Rund 250 000 Impfungen sollen von niedergelassenen Ärzten verabreicht werden, 150 000 vom öffentlichen Gesundheitsdienst, von Betriebsärzten oder Krankenhäusern.

Noch 193 Intensivbetten frei

Der Ausschuss beriet auch über die Versorgung Hessens mit Intensivbetten. Der „limitierende Faktor“ sei der Mangel an geschultem Fachpersonal, sagte Staatssekretärin Janz. Der Personalmangel in den Krankenhäusern habe bereits vor der Pandemie bestanden. Die Landesregierung könne die Zahl der verfügbaren Intensivbetten „nicht unmittelbar beeinflussen“, weil die Krankenhäuser „eigenverantwortlich“ wirtschafteten, stellte die Grünen-Politikerin fest.

Derzeit stehen nach ihren Angaben in den hessischen Kliniken 1729 Intensivbetten zur Verfügung. Davon seien, Stand Dienstag, 193 frei.

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