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Die Kneipen bleiben ab Montag dicht.

Coronavirus

Hessen vor dem zweiten Lockdown

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Kliniken erweitern ihre Kapazitäten, es gibt neue Regeln für Schulen. Und Extra-Hilfen für Kulturschaffende in Frankfurt.

Kein Training, kein Museumsbesuch, die Kneipen bleiben dicht: Von Montag an müssen die Menschen wieder auf viele schöne Dinge in ihrem Alltag verzichten. Die Verordnung der Landesregierung zielt vor allem auf das Verhalten in der Freizeit ab. Ziel ist es, die Kontakte zu verringern, damit das Gesundheitssystem nicht kollabiert. Maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten dürfen in der Öffentlichkeit zusammenkommen. Davon unberührt bleiben die Regeln, die jene Kommunen beschlossen haben, bei denen die Zahlen der Neuinfektionen besonders hoch sind. Für Frankfurt etwa gilt weiter: Es dürfen sich lediglich fünf Leute aus zwei Haushalten treffen.

Anders als im Frühjahr trifft der Lockdown nicht die Schulen und Kindertagesstätten. Die sollen möglichst geöffnet bleiben. Um dort das Infektionsrisiko zu mindern, habe das Corona-Kabinett der Landesregierung verschiedene Änderungen beschlossen, teilte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) mit. Die Maskenpflicht ab Klasse 5 gilt von Montag an auch während des Unterrichts. Die Schulen sind angehalten, sogenannte Maskenpausen zu organisieren. Neu sind auch die sogenannten konstanten Lerngruppen bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres in den Jahrgangsstufen 1 bis 6. Spätestens zum 9. November sollen sie umgesetzt werden.

Der Wechsel der Lehrkräfte ist möglich. Doch um das Durchmischen von Gruppen zu vermeiden, werden etwa Arbeitsgemeinschaften wegfallen, das Ganztagsangebot wird mit dem Ziel fester Gruppen angepasst. Für viele Kinder sei dies nichts Neues, sagt Lorz. „Die Arbeit in konstanten Lerngruppen haben unsere Grundschulen bereits in den letzten beiden Wochen des zurückliegenden Schuljahrs erfolgreich erprobt.“

Sondersitzung

Der hessische Landtag beschäftigt sich am heutigen Samstag, 31. Oktober, mit den aktuellen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Pandemie. Start ist um 12 Uhr mit einer Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). Die Debatte wird live übertragen. https://hessischer-landtag.de/livestream

Ergänzend erinnerte der Minister an den „digitalgestützten Distanzunterricht“ für Lerngruppen ab Jahrgangsstufe 8. Bedingung ist die notwendige technische Infrastruktur. Interessierte Schulen könnten sie über die Staatlichen Schulämter beim hessischen Kultusministerium beantragen. Lorz schwor alle Betroffenen auf einen harten Herbst ein: „Die kommenden Wochen werden alle an Schule Beteiligten erneut vor große Herausforderungen stellen.“

Die Lage ist ernst. Die Krankenhäuser zählen immer mehr Covid-19-Patienten. Hessen ist in sechs stationäre Versorgungsgebiete aufgeteilt. Nach Frankfurt/Offenbach und Darmstadt meldete am Freitag Gießen-Marburg die Eskalationsstufe 2. Das heißt: Intensivkapazitäten ausbauen, wenn möglich Patientinnen und Patienten in andere Versorgungsgebiete verlegen. „Die Situation durch die Dynamik der Virusausbreitung bleibt absehbar angespannt“, konstatierte Sozialminister Kai Klose (Grüne).

Zu dem in der Bund-Länder-Konferenz am Mittwoch beschlossenem Lockdown gehört auch finanzielle Unterstützung für die betroffenen Branchen – inklusive Soloselbstständige. Unabhängig davon will die Stadt Frankfurt ihren Notfallfonds für Künstlerinnen und Künstler weiter ausbauen. Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) arbeitet an einer Aufstockung, wie sie am Freitag sagte. Aus dem Topf können notleidende Angehörige der Kulturszene finanzielle Unterstützung beantragen. Mit dem zweiten Lockdown verlieren viele Soloselbstständige und Freie der Kunstszene ihre Arbeit.

Die Kulturdezernentin hatte den Fonds Ende März aus Mitteln des Kulturetats ins Leben gerufen. Seither wurden nach ihren Angaben an 150 Kulturschaffende insgesamt 220 000 Euro ausgeschüttet. Hartwig hatte im Frühjahr zunächst 200 000 Euro zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe privater Spender konnte die Summe, die zur Verfügung steht, mittlerweile auf 311 000 Euro aufgestockt werden. Spenden kamen von der Crespo Foundation, von der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Stiftung Giersch, dem Frankfurter Patronatsverein für die Städtischen Bühnen, aber auch von vielen Bürgerinnen und Bürgern.

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