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„Frist ist Frust“ steht auf einem Koffer vor dem Präsidium der Goethe-Universität bei einer Veranstaltung von Mitgliedern der Gewerkschaften Verdi und GEW zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes Hessen. Unter dem Motto „Wir sitzen auf gepackten Koffern“ richtet sich der Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen und befristete Beschäftigung.
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„Frist ist Frust“: Die Gewerkschaften Verdi und GEW demonstrieren für Entfristungen.

Hessen

Hessen: Viele arbeiten befristet an Unis - Ministerin nennt Zahlen

Dauerverträge sind selten für wissenschaftliches Personal an hessischen Universtitäten. Die Gewerkschaften dringen auf Abhilfe.

Weit mehr als die Hälfte der Beschäftigten im wissenschaftlichen Mittelbau der hessischen Hochschulen hat einen befristeten Vertrag. Die Gewerkschaften kämpfen dafür, dass verlässliche Karrierewege geschaffen und für Daueraufgaben dauerhafte Stellen zur Verfügung gestellt werden.

Betroffene hatten unter dem Slogan „Ich bin Hanna“ über ihre mangelnden Perspektiven geklagt. Die Gewerkschaften Verdi und GEW wollen Veränderungen bei den aktuellen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Hessen durchsetzen.

Verhandlungen am nächsten Montag

Am kommenden Montag wird darüber in einer Fachgruppe der Tarifverhandlungen beraten, der neben dem federführenden Innenministerium und den Gewerkschaften auch Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen und Wissenschaftsministerium angehören. Der Sprecher der hessischen Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne), Volker Schmidt, erläuterte, es gelte für befristete Arbeitsverträge mit wissenschaftlichem und künstlerischem Personal grundsätzlich ein Bundesgesetz, das Wissenschaftszeitvertragsgesetz. „Im Tarifvertrag allerdings können die Tarifparteien für bestimmte Fachrichtungen und Forschungsbereiche von den vorgesehenen Fristen abweichen und die Anzahl der zulässigen Verlängerungen befristeter Arbeitsverträge festlegen“, fügte er hinzu.

An den hessischen Universitäten liegt der Anteil der befristeten Stellen mit durchschnittlich 84 Prozent besonders hoch. Bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind es im Schnitt 66 Prozent. An den Hochschulen für Kunst und Musik, wo es um wissenschaftliches und künstlerisches Personal geht, ist die Quote mit 43 Prozent niedriger. Das geht aus Antworten von Wissenschaftsministerin Dorn auf Anfragen des fraktionslosen Abgeordneten Rolf Kahnt (ehemals AfD) hervor.

Einige Stellen wurden entfristet

In den vergangenen zehn Jahren profitierte ein Teil der Beschäftigten davon, dass ihre zunächst befristete Stelle entfristet wurde. An der Hochschule Fulda betraf das fast jede vierte der rund 200 Stellen. In absoluten Zahlen waren es an den Unis Frankfurt und Marburg mit mehr als 110 entfristeten Stellen am meisten, was jedoch an diesen großen Hochschulen einen kleinen Prozentsatz ausmachte.

Jenseits der Tarifverhandlungen berät das Wissenschaftsministerium mit Hochschulen und Personalvertretungen über einen „Kodex für gute Arbeit“. Die Hochschulen hätten sich im Rahmen des hessischen Hochschulpakts dazu verpflichtet, mehr unbefristete Stellen zu schaffen, erklärte Ministeriumssprecher Schmidt. „Ein wichtiger Grundsatz ist, dass Daueraufgaben von unbefristet Beschäftigten erfüllt werden sollen.“

Bei Qualifikationsstellen und auch bei Drittmittelfinanzierung sollten Befristungen möglichst mindestens drei Jahre umfassen. Derzeit gibt es an manchen Hochschulen auch zweijährige Befristungen, so in Kassel und Gießen.

Befristungen auch bei Verwaltungskräften

Mit befristeten Verträgen von oft ein oder zwei Jahren Laufzeit müssen auch manche Verwaltungsbedienstete der Hochschulen auskommen. Dort verfügen im Schnitt knapp 80 Prozent über dauerhafte und gut 20 Prozent über befristete Arbeitsverhältnisse.

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