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Rechtschreibung Lernmethode Lesen durch Schreiben Grundschülerin bei Schreibübungen Bei der Lernmet
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G wie Gabel, H wie Hose. Mit der Anlauttabelle lässt sich Lesen und Schreiben lernen. Nach Gehör soll dies nicht mehr geschehen.

Bildung

Hessen: Umstrittene Lernmethode „Schreiben nach Gehör“ wird im Deutschunterricht abgeschafft

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Das hessische Kultusministerium verschärft die Regeln im Deutschunterricht deutlich und verbietet das „Schreiben nach Gehör“.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) hat am Donnerstag in Wiesbaden eine ganze Liste von Maßnahmen vorgestellt, mit denen die Fähigkeiten und Kenntnisse von Kindern und Jugendlichen in der deutschen Sprache verbessert werden sollen. Dazu gehört mehr Unterricht, aber auch die Einschränkung der pädagogischen Freiheit der Lehrkräfte sowie strengere Maßstäbe zur Bewertung von Schüler-Texten.

Bislang ist es an Grundschulen in Hessen den Lehrkräften weitgehend überlassen, wie und mit welcher Methode sie den Jungen und Mädchen das Schreiben beibringen. Das soll sich nun sehr schnell ändern. Statt der unterschiedlich weit verbreiteten sechs verschiedenen Schrifttypen, die sich vor allem in ihrer Komplexität unterscheiden, sollen künftig nur noch zwei gelehrt werden. Beiden ist zu eigen, dass es sich um sogenannte verbundene Handschriften handelt, also Schriften, die später einmal das flüssige Schreiben statt des einzeln Buchstabierens ermöglichen sollen. Dies gilt vom Schuljahr 2022/23 an.

Deutschunterricht in Hessen: „Schreiben nach Gehör“ wird nicht mehr angewandt

Zudem darf die Methode „Schreiben nach Gehör“ bereits vom nächsten Schuljahr an nicht mehr angewandt werden. Darum hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Auseinandersetzungen gegeben.

Kinder lernen dabei zunächst, Wörter so aufzuschreiben, wie sie klingen, etwa „Fogel“ oder „Hunt“. Auch Dopplungen von Buchstaben wie in „Hammer“ oder „hoffen“ spielen zunächst keine Rolle. Die Schreibregeln werden erst in späteren Klassen angewandt. Nun sollen die Lehrkräfte nach dem Willen des Kultusministeriums bereits vom zweiten Schulhalbjahr der ersten Klasse an Fehler korrigieren, allerdings ohne sie zu benoten.

Masken und Tests

Präsenzunterricht für alle ist in Hessen inzwischen wieder die Regel. Weil die Inzidenzien niedrig sind, dürfen alle wieder jeden Tag in die Schule kommen.

Masken müssen nur noch beim Herumlaufen in den Gebäuden getragen werden. Am Tisch in der Klasse nicht mehr, auch nicht in den Pausenhöfen oder beim Schulsport.

Getestet werden muss weiterhin. pgh

Auch in anderen Bereichen werden die Zügel fester angezogen. So müssen die Grundschul-Lehrkräfte von 2022/23 an einen festen Grundwortschatz mit 850 Wörtern vermitteln. Dies geschieht bislang lediglich auf freiwilliger Basis.

Schulen in Hessen: Deutschförderung für 100 Millionen Euro im Jahr

Verpflichtend werden bereits von diesem Jahr an die Vorlaufkurse für Kinder, die sonst nur mit größeren sprachlichen Defiziten eingeschult werden könnten. Dies sind vor allem Jungen und Mädchen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Neu eingeführt wird auch, dass die Häufigkeiten von Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehlern in den Klassen 9 und 10 von 2022/23 an in die Note der Klassenarbeiten einfließt. Bislang gilt dies nur für die Abschlussklassen und die gymnasiale Oberstufe.

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Es sei ihm ein persönliches Anliegen, dass die Kompetenz in der Bildungssprache Deutsch gestärkt werde, sagte Lorz. Er hatte dies bereits 2019 zum Leitthema seiner Präsidentschaft in der Kultusministerkonferenz gemacht. Das Konzept dafür habe aufgrund der Corona-Krise lange in der Schublade gelegen. Jetzt aber sei der richtige Zeitpunkt, um damit zu beginnen, so Lorz.

Für die 4. Klassen gibt es seit geraumer Zeit eine zusätzliche Stunde Deutschunterricht, dafür sind laut Lorz 100 Lehrerstellen vorhanden. Die verpflichtenden Vorlaufkurse würden mit weiteren 210 Stellen ausgestattet. Insgesamt gebe das Land für die Deutschförderung – ohne die Kurse für Seiteneinsteiger – jährlich 100 Millionen Euro aus. (Peter Hanack)

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