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Die Restmüllmengen sind deutlich gesunken. Doch es wird nicht genug recycelt.
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Die Restmüllmengen sind deutlich gesunken. Doch es wird nicht genug recycelt.

Müllproblem

Verpackungsmüll ohne Ende: In Hessen wird nicht genug recycelt

  • Pitt v. Bebenburg
    VonPitt v. Bebenburg
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Die Hessinnen und Hessen haben ihren Abfall reduziert, aber bei Packungen wächst er weiter an. Ministerin Hinz richtet Appelle an die Menschen und an die Wirtschaft

Frankfurt/Wiesbaden - Gute Nachrichten in Sachen Müllvermeidung: In den vergangenen Jahren ist die Abfallmenge aus hessischen Haushalten leicht zurückgegangen, während die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner um rund 170.000 stieg. Das geht aus dem hessischen Abfallwirtschaftsplan des Umweltministeriums hervor, den Ministerin Priska Hinz (Grüne) am Freitag (15.10.2021) veröffentlichte.

Danach wurde die Menge des hessischen Mülls von gut 2,9 Millionen Tonnen im Jahr 2014 innerhalb von vier Jahren um rund 80.000 Tonnen reduziert. Davon machte alleine der Rückgang an Hausmüll 50.000 Tonnen aus. Auch Garten- und Parkabfälle fielen erheblich weniger an, während Verpackungsmüll zunahm. Obwohl die Müllvermeidung einen immer höheren Stellenwert genieße, gebe es „keine Anzeichen für eine Trendumkehr bei dem Einsatz von Verpackungsmaterialien“, stellt der Bericht fest.

Verpackungsmüll in Hessen: 50.000 Tonnen Hausmüll weniger

Die Fachleute aus dem Ministerium erstellten ihren Plan allerdings mit Daten, die lediglich bis ins Jahr 2018 reichen. Ministerin Hinz wies darauf hin, dass die Pandemiejahre damit nicht erfasst würden. „Doch es ist klar, dass in dieser Zeit mehr zum Mitnehmen und Verschicken verpackt wurde“, sagte sie und appellierte: „Wir alle müssen dafür sorgen, unnötige Verpackungen zu vermeiden, und dafür intelligente Lösungen finden. Die Wirtschaft ist hier besonders gefragt.“ Hinz forderte Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre alten Elektrogeräte in den Wertstoffkreislauf zurückzugeben.

In seiner Prognose geht der Bericht davon aus, dass sich viele Tendenzen der vergangenen Jahre fortsetzen, die Müllberge aber insgesamt wieder wachsen werden und in zehn Jahren über drei Millionen Tonnen schwer sein könnten. Dabei erwarten die Fachleute, dass Hausmüll in diesem Zeitraum um rund 150.000 Tonnen zurückgeht, während die Menge an Verpackungsabfall und Biomüll zunehmen wird. Immerhin wird laut dem Bericht bereits mehr als die Hälfte des Mülls recycelt, nämlich 57,2 Prozent. Hinz nannte als Ziele, dass Abfallmengen verringert werden und der verbleibende Müll noch häufiger wiederverwertet wird.

Müll in Hessen

Musterbeispiel Recycling-Rathaus: Kreative Möglichkeiten zum Umgang mit Müll in Hessen

Als Musterbeispiel lobte sie das Rathaus im nordhessischen Korbach, das aus recyceltem Material aus der Region erbaut worden sei. „Dieses Modellvorhaben soll anderen Gemeinden und natürlich auch privaten Bauherren wertvolle Hinweise und einen Anstoß geben“, kommentierte die Ministerin.

Trotz aller Bemühungen wird Hessen nicht darum herumkommen, mehr Platz auf Deponien zu schaffen. Das gelte insbesondere für Abfall, der mit Schadstoffen wie Asbest belastet ist. Der Abfallwirtschaftsplan komme zu dem Ergebnis, dass eine Ausweitung in den kommenden Jahren nötig werde. „Nur so können wir auch zukünftig nicht verwertbare Stoffe deponieren und die Entsorgungssicherheit gewährleisten“, erläuterte Grünen-Politikerin Hinz. (Pitt von Bebenburg)

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