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Hessen: Uwe Becker kritisiert Höcke-Buch

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Von: Hanning Voigts

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Der AfD-Politiker Björn Höcke 2017 unterwegs auf der Frankfurter Buchmesse.
Der AfD-Politiker Björn Höcke 2017 unterwegs auf der Frankfurter Buchmesse. Michael Schick © Michael Schick

Ein Buch des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke könnte als jugendgefährdend indiziert werden. Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker macht sich schon länger dafür stark.

Der Antisemitismusbeauftragte des Landes Hessen, der CDU-Politiker Uwe Becker, hat erneut begründet, warum ein Buch des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke aus seiner Sicht auf den Index jugendgefährdender Schriften gehört. Das 2018 im Lüdinghausener Manuscriptum-Verlag erschienene Werk „Nie zweimal in den selben Fluss“ sei „eindeutig jugendgefährdend“, teilte Becker mit. „Es ist eine Ansammlung von Verschwörungstheorien, Antisemitismus und rechtsextremistischem Gedankengut“. Das Buch zeichne „ein verächtlich gemachtes Bild unseres Landes“ und könne Jugendliche „auf neofaschistische Irrwege leiten“. Es müsse daher indiziert werden.

Am Donnerstag findet bei der Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz (BZKJ) in Bonn eine mündliche Verhandlung zu Höckes Buch statt. Dort läuft derzeit ein Prüfverfahren zu dem Interviewband, in dem der Rechtsextreme, der auch Landesvorsitzender der AfD Thüringen ist, seine Weltsicht und seine politischen Ziele ausführt. Da Uwe Becker die BZKJ bereits im Frühjahr 2020 aufgefordert hatte, Höckes Buch zu indizieren, wird er bei der Anhörung seine Kritik an dem Band vortragen.

Hessen: Antisemitische Stereotype im Buch von Björn Höcke

Becker sagt, Höcke spreche in seinem Buch über „die ‚globalen Geldeliten‘“ und die „‚Hintermänner‘ der amerikanischen Regierung“, außerdem kritisiere er einen vermeintlichen „Erinnerungszwang“ in Deutschland. Damit verbreite er „gezielt antisemitische Stereotype“. Indem er von einer „Afrikanisierung Europas“ und einem „Volkstod durch Bevölkerungsaustausch“ spreche, schüre er auch rassistischen Hass. Zudem mache Höcke die demokratischen Strukturen in Deutschland verächtlich und trage so „zur Vergiftung unseres gesellschaftlichen Klimas bei“.

Björn Höcke lehnte eine Stellungnahme auf FR-Anfrage ab.

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