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Hessen: Trauer um Thomas Jühe

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Von: Jutta Rippegather

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Thomas Jühe (SPD) ist tot.
Thomas Jühe (SPD) ist tot. Michael Schick © Michael Schick

Der langjähriger Vorkämpfer gegen Fluglärm und Bürgermeister von Raunheim stirbt im Alter von 59 Jahren. Jahrzehnte setzte er sich für die Verbesserung der Lebensqualität ein.

Thomas Jühe ist tot. Ihr langjähriger Vorsitzender starb am Montag nach schwerer Krankheit, teilte die Fluglärmkommission Frankfurt am Dienstag mit. Der Name des SPD-Bürgermeisters von Raunheim ist verbunden mit dem Kampf für einen Ausgleich zwischen den Interessen der Bevölkerung und denen des Frankfurter Flughafens als ein Wirtschaftsmotor der Region. Mehr als zwei Jahrzehnte hatte sich der 59-Jährige dafür eingesetzt. Mitte Oktober hatte er auf Facebook mitgeteilt: „Leider erweist sich meine Erkrankung als so schwerwiegend und irreversibel, dass ich in das Amt des Bürgermeisters nicht werde zurückkehren können.“

Unbeirrt von Anfeindungen

Mit seinem Pragmatismus eckte er nicht selten an bei der Ausbaugegnerschaft und selbst bei den SPD-Genoss:innen in Frankfurts Süden. Sie warfen ihm vor, die Interessen der Region zu verraten. Jühe hielt Kurs, unbeirrt von den Anfeindungen. Der studierte Lehrer strebte nicht danach, von allen geliebt zu werden. Statt auf Konfrontation setzte er auf Kommunikation, das Suchen nach Kompromissen. Als Bürgermeister wusste er die Vorteile der Flughafennähe für die Menschen in seiner Stadt zu nutzen. An vielen Stellen im Ort hat der Sozialdemokrat in seiner 22-jährigen Amtszeit Spuren hinterlassen.

Lebensqualität in Rhein-Main

Jühe habe sich „für Zukunftsfähigkeit, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität in der Rhein-Main-Region“ eingesetzt, sagte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden. „Er verfolgte diese Ziele beharrlich, glaubwürdig und unabhängig von tagespolitischen Ereignissen.“ Als Vorsitzender der Frankfurter Fluglärmkommission und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Fluglärmkommissionen habe Jühe dem Fluglärmschutz „maßgebliche Impulse“ gegeben. Die Einführung einer Lärmobergrenze für den Flughafen Frankfurt etwa sei auch seiner Hartnäckigkeit zu verdanken gewesen.

Die Frankfurter Fluglärmkommission bescheinigte ihrem Vorsitzenden ein „einzigartiges Gespür für bestehende Handlungsspielräume“. Mit hoher fachlicher Expertise habe er mehr als zwei Jahrzehnte nach tragfähigen Lösungen für langfristige Verbesserungen gestrebt. Was in Frankfurt beschlossen wurde, habe als Vorbild für andere Standorte gedient. Als Mitglied des Regionalen Dialogforums und anderer Gremien habe Jühe wesentlich dazu beigetragen, dass im Zusammenwirken aller Akteure 2010 das „Erste Maßnahmenpaket aktiver Schallschutz“ des Forums Flughafen und Region erreicht werden konnte.

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