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Hessen: Tod nach Gurken weiter ungeklärt

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Von: Jutta Rippegather

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Aus dem Gemüseschneidebetrieb in Gernsheim kamen mit Listerien belastete Gurken.
Aus dem Gemüseschneidebetrieb in Gernsheim kamen mit Listerien belastete Gurken. © Michael Schick

Die Staatsanwaltschaft befragt jetzt Zeugen. Der Landtag ist sich uneins, wie sich ein Fall wie der mit Listerien im Krankenhausessen verhindern lassen könnte.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Darmstadt zu dem Fall von Listerien im Krankenhausessen dauern an. Mit Hilfe von Zeugenaussagen werde versucht herauszufinden, ob die Bakterien verantwortlich waren für den Tod eines Patienten, sagte ein Sprecher der Frankfurter Rundschau am Donnerstag auf Anfrage. Das betroffene Krankenhaus hatte dies verneint.

Kritik an Ministerin Hinz

Weiter geht auch die politische Aufarbeitung der Vorfälle um die verseuchte Gurken aus einem Schneidebetreib im Kreis Groß-Gerau. Auf Initiative der FDP diskutiert am Donnerstag der Landtag darüber. Nach Auffassung der Opposition ist Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) nicht in der Lage, die Hessinnen und Hessen vor vergammeltem Fleisch oder Salat zu schützen.

Der Fall

Vier Menschen infizieren sich zwischen Oktober und Januar in Offenbach und Frankfurt mit Listerien im Krankenhausessen. Einer stirbt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Mitte Februar veranlasst das Umweltministerium Kontrollen bei einem Schneide- und Schälbetrieb in Gernsheim. Wenige Tage später wird er wegen Hygienemängeln geschlossen. Der Kreis Groß-Gerau hatte ihn zwei Jahre lang nicht kontrolliert. jur

Die Ministerin verwies einmal mehr auf die Verantwortung der Betriebe und Kommunen, die für Hygienekontrollen zuständig sind. Und Veränderungen, die das Land vollzogen oder initiiert hat. Ihre Behörde lasse bei dem Thema nicht nach. Lebensmittelserkrankungen, betonte Hinz, seien keine Seltenheit. Aktuell würden in Deutschland rund 80 Ausbrüche untersucht.

„Die Verbesserung der Lebensmittelsicherheit ist eine Daueraufgabe“, stellte die Ministerin fest. Hessen werde das Zwei-Behörden-Prinzip auch auf Betriebe ausgeweitet, die nicht mit tierischen Produkten wie Fleisch oder Milch hantieren. Die Berichtspflicht der Kommunen an das Land sei verschärft. Die Veterinärbehörden würden geschult. Ein Teil der Neuerungen ergeben sich aus dem Bericht des Landesrechnungshofs, der in der nächsten Sitzung des Umweltausschusses vorgestellt werde. Die Rechnungsprüfer hatten der Lebensmittelüberwachung in Hessen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Der Bericht berücksichtigt nur die Zeit vor dem Wilke-Wurst-Skandal im Jahr 2019 mit mindestens drei Toten.

Kritik an Ministerin Hinz

Nach Ansicht der Opposition ist ein größerer Aufschlag notwendig. Die FDP fordert eine „Schwerpunktstaatsanwaltschaft. Die Linke Kontrollen durch eine unabhängige Landesanstalt, wie sie die Verbraucherzentrale und die Organisation Food Watch anregen. Die SPD mahnt angesichts der gestiegenen Anforderungen mehr Unterstützung für die Kommunen an.

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