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Die Spritzen sind für den Pieks vorbereitet.
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Die Spritzen sind für den Pieks vorbereitet.

Überlastung

Stresstest bei der Impfanmeldung

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Hotline und Internetseite zur Corona-Impfanmeldung ist zeitweise überlastet. Manche kamen mittags doch noch durch.

Von 8 Uhr an hing Hannelore Grodensky am Dienstag Nonstop am Telefon, um sich zur Impfung anzumelden. Weiter als bis zur Stufe 2 bei der automatischen Weiterleitung kam sie nicht. „Die sind völlig überlastet“, resümierte die 81-Jährige vier Stunden später. Auch online war zu diesem Zeitpunkt kein Durchkommen, berichtete Manfred Christmann, der sich deshalb an die Frankfurter Rundschau wandte. Die Webseite funktioniere nicht. „Es ist unverständlich, wieso die lange angekündigte Möglichkeit ausgerechnet zu Beginn scheitert.“

Der Start der Anmeldung zur Corona-Impfung in Hessen begann für nicht wenige Menschen mit einer großen Enttäuschung. Sie gingen leer aus. Keine Überraschung angesichts des krassen Missverhältnisses von 60 000 zu vergebenden Terminen für rund 400 000 Impfberechtigte. Für zusätzlichen Ärger sorgten Probleme bei der Anmeldung. „Wir arbeiten derzeit an einer Skalierung des Gesamtsystems, so dass in Kürze eine größere Anzahl von Interessentinnen und Interessenten gleichzeitig den Service nutzen können“, lautete die Auskunft auf dem Onlineportal am Mittag, das zeitweise komplett zusammengebrochen war. Das wiegte Impfwillige weiter in Hoffnung und sie versuchten es unermüdlich weiter.

Anmelden

Am 19. Januar eröffnet Hessen die ersten sechs von insgesamt 28 Impfzentren im Land. Steht mehr Impfstoff zur Verfügung, sollen Schritt für Schritt die anderen Zentren in Betrieb gehen.

Oberste Priorität genießen die rund 400 000Menschen im Alter ab 80, die das Land per Brief informiert. Zudem Beschäftigte ambulanter Pflegedienste und der Rettungsdienste sowie Bewohner:innen und Beschäftigte der Pflegeheime.

Anmeldung : telefonisch über 0611 /505 92 888 oder 116 117, online über impfterminservice.de oder impfterminservice.hessen. de. jur

Im Internet kursierte derweil das Gerücht, sämtliche Termine seien seit 10.15 Uhr vergeben. Fake News: Eine 90-Jährige aus Frankfurt ergatterte tatsächlich noch um 12.30 Uhr die beiden notwendigen Termine. „Die Registrierung hat nach fünf Stunden geklappt“, jubelte ihr Schwiegersohn. „Ab 10. Februar ist sie safe.“ Auch die Tochter einer 87-Jährigen aus Mörfelden-Walldorf wurde für ihre Ausdauer belohnt: „Ihr erster Termin findet am 21. Januar statt“, ließ sie die Familie gegen 14 Uhr per Whatsapp wissen. „Ich hatte schon keine Lust mehr“, schrieb die 87-Jährige zurück.

Was für eine Aufregung. Nach Ansicht der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Sommer wäre sie vermeidbar gewesen. „Obwohl die Landesregierung versichert hatte, dass das Callcenter und das Onlineportal auf hohe Zugriffszahlen vorbereitet seien“, habe es große Probleme gegeben. Eine Terminvergabe per Einladung wäre nach ihrer Auffassung besser gewesen – nach dem Vorbild des Mammographiescreenings für Frauen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren. Um die Situation zu entspannen, müsse die Landesregierung jetzt genügend Personal zur Verfügung stellen. Bis dahin empfehle sich, es noch einmal in den nächsten Tagen zu versuchen, wenn der große Ansturm sich gelegt hat. Unzufrieden ist auch die FDP mit dem Ergebnis: „In einer Art Windhundrennen haben nicht unbedingt diejenigen einen Termin ergattert, die die Impfung am dringendsten brauchen“, urteilte Fraktionschef René Rock.

Auch Hannelore Grodensky wünscht sich eine andere Organisation. Jetzt gebe es doch den weniger empfindlichen Moderna-Impfstoff. „Warum kann man den nicht den Hausärzten abgeben?“ Sie sorgt sich, dass sie nun auf absehbare Zeit nicht geimpft wird. „Das macht mich nervös. Ich möchte doch noch etwas leben und meine Enkelkinder erleben.“

Die Chancen stehen gut dafür. Wie das hessische Innenministerium gestern am Nachmittag mitteilte, war die Webseite impfterminservice.hessen.de wegen Überlastung der IT-Infrastruktur zusammengebrochen. „Dies wirkte sich auch auf die Buchungsmöglichkeiten in den Callcentern aus.“ Seit 15 Uhr sei eine Buchung wieder möglich gewesen. Bis dahin seien 4000 Termine für eine Erstimpfung registriert worden. Die Hotline wurde zwei Stunden länger geschaltet, bis 22 Uhr.

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