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Das Schuljahr steht erneut im Zeichen von Corona – mit zahlreichen Regeln für Quarantäne, Test- und Maskenpflicht.
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Schüler einer 12. Klasse beim Corona-Test. (Archiv)

Schule

Hessen: Es gibt Streit um das Corona-Testheft der Schulkinder

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Hessens Schüler und Schülerinnen sollen den Negativnachweis auch in den Herbstferien verwenden dürfen – obwohl da zwei Wochen lang gar nicht getestet wird. Nach den Ferien gibt es wieder verstärkten Infektionsschutz in den Schulen.

Nach den Herbstferien sollen an Hessens Schulen wieder besondere Vorkehrungen zum Schutz vor einer Corona-Infektion gelten. In den zwei Wochen nach den Ferien gilt dann überall die Maskenpflicht, auch am Platz. Das Testheft, in dem Hessens Schülerinnen und Schüler ihre vor dem Unterricht gemachten Corona-Tests dokumentieren, soll in den beiden Ferienwochen als Nachweis einer negativen Testung dienen – auch ohne weitere Tests in dieser Zeit. Dies stößt auf Unverständnis und Kritik.

Seit sechs Wochen läuft in Hessen nach Ende der Sommerferien wieder der Unterricht. Für alle Jahrgangsstufen und Schulformen gilt dabei wieder das Anwesenheitsprinzip. Schüler:innen und Lehrkräfte begegnen sich also wieder in den Klassenräumen. Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU) führt diese Rückkehr zu mehr Normalität auch darauf zurück, dass nach den Ferien zunächst in zwei sogenannten Präventionswochen verstärkte Infektionsschutzmaßnahmen gegolten haben.

Verschärfte Maskenpflicht

Dieses Verfahren soll nun auch nach den Herbstferien zum Tragen kommen. Von Montag, 25. Oktober, bis Freitag, 5. November, werden dann wieder wöchentlich drei statt zwei Tests durchgeführt. Zudem gilt eine Maskenpflicht nicht nur wie aktuell auf Fluren und Treppenhäusern, sondern auch am Platz. „Wir wollen, dass auch nach den Herbstferien so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich jeden Tag in die Schule gehen können“, sagte Lorz am Donnerstag in Wiesbaden.

Testen lassen müssen sich alle Schülerinnen und Schüler, die noch nicht gegen eine Covid-19-Infektion geimpft sind. Die Tests werden in den Schulen vor dem Unterricht angeboten und sind für alle kostenfrei. Alternativ kann der Testnachweis über eines der Testzentren erfolgen. Zwar sind diese sogenannten Bürgertests von 11. Oktober an nicht mehr grundsätzlich kostenlos. Anspruch auf einen kostenfreien Test außerhalb der Schule haben aber weiterhin, und zwar bis zum 31. Dezember, Personen, die noch keine 18 Jahre alt sind. Der Nachweis darf zu Beginn des Schultags höchstens 72 Stunden alt sein.

Minister schreibt den Eltern

Die Kinder und Jugendlichen können sich die Teilnahme am Test in der Schule in einem eigens dafür verteilten Testheft bestätigen lassen. Dies geschieht durch Unterschrift der jeweiligen Lehrkraft. Das Kultusministerium hat nun mitgeteilt, dass dieses Test-heft auch in den beiden Wochen der Herbstferien seine Gültigkeit behalten soll. Sie sollen es beispielsweise vorlegen können, wenn sie eine Gaststätte oder ein Kino besuchen wollen. Zusätzlich kündigte Lorz an, dass die Eltern vor den Ferien ein Schreiben erhalten sollten, das die Gültigkeit des Testhefts gemäß der Corona-Schutzverordnung des Landes bestätigen soll.

Beim Hessischen Philologenverband stößt das auf Unverständnis und Kritik. „Das Kultusministerium attestiert der hessischen Schülerschaft eine Corona-Infektionslosigkeit für die Herbstferien“, sagt Reinhard Schwab, Landesvorsitzender des Verbandes. Dies geschehe, indem das Ministerium die schulischen Antigen-Selbsttests für den kompletten Zeitraum der Herbstferien als „aktuellen“ Negativnachweis gelten lasse. Offenbar würden für diese Zeit der Ferien keine weiteren Testungen erwartet, so Schwab.

„Trügerische Sicherheit“

Damit aber wiege man Eltern und Kinder in einer trügerischen Sicherheit, kritisiert der Verbandsvorsitzende. „Wie kann das Ministerium davon ausgehen, dass nach wöchentlich zweimaliger Testung plötzlich für zwei Wochen ein Infektionsschutz gewährleistet ist?“, fragt er rhetorisch. Das Kultusministerium leiste mit diesem „Freibrief“ der Gesellschaft und den Schulen einen Bärendienst. Kostenfreie Tests für alle Schülerinnen und Schüler in den Ferien seien da viel sinnvoller.

Ein Sprecher des Kultusministeriums verweist auf Anfrage darauf, dass es sich bei den hessischen Schülerinnen und Schülern um eine „der am meisten getesteten Personengruppen“ handele. „Es ist eine weitgehend safe Gruppe“, so der Sprecher. Die Gefahr, dass dadurch eine vierte Corona-Welle im Herbst und Winter befördert werden könnte, bestehe nicht. Gerade durch die beiden Präventionswochen nach Ferienende mit der verschärften Maskenpflicht und den zusätzlichen Tests sei dagegen eine „Sperre“ eingebaut.

Der Sprecher räumte zugleich ein, dass das Testheft nicht zwingend überall als Negativnachweis anerkannt werden müsse. „Jeder Verein, jeder Gastronom besitzt sein Hausrecht und kann den Zutritt verweigern“, sagte er.

Siehe Kommentar „Kompletter Unsinn“

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