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Draußen ist schön, drinnen aber auch. Innenstädte brauchen Menschen, um gute Orte zu sein. Das Land will den Städten und Gemeinden dabei helfen, ihre Kerne wieder zu beleben.
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Draußen ist schön, drinnen aber auch. Innenstädte brauchen Menschen, um gute Orte zu sein. Das Land will den Städten und Gemeinden dabei helfen, ihre Kerne wieder zu beleben.

Ladensterben und geschlossene Gaststätten

Hessen startet Programm zur Wiederbelebung der Innenstädte

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Das hessische Wirtschaftsministerium fördert gute Ideen zur Belebung von Ortskernen und Stadtzentren mit zehn Millionen Euro. Ob Außengastronomie oder Pop-up-Store - schnell zu verwirklichen sollen sie sein.

Mit gut zwölf Millionen Euro will die hessische Landesregierung Ideen und Projekte unterstützen, die bei der Wiederbelebung der Innenstädte helfen könnten. Menschen mit solchen guten Ideen sollten sich allerdings beeilen: Ende Juni müssen die Vorschläge beim Wirtschaftsministerium eingereicht worden sein.

Schon vor Corona hatten es Stadtzentren und Ortskerne schwer, sich gegen den wachsenden Onlinehandel zu behaupten. Die Pandemie hat die Lage noch verschärft. Auch wenn jetzt Lockerungen kommen, werden viele Läden und Gaststätten geschlossen bleiben. Leere Schaufenster und verrammelte Restauranttü-ren zeugen von der Misere.

Runter vom Sofa

„Wir müssen die Menschen runter vom Sofa und wieder rein in die Innenstädte bringen“, sagte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden, wo er das Förderprogramm „Zukunft Innenstadt“ vorstellte. Es brauche Gründe, um sich dort aufhalten zu wollen, einkaufen zu gehen, andere Menschen zu treffen. „Wir brauchen einen Nutzungsmix“, sagte der Minister.

Das Programm solle Impulse geben, Kreativität und auch Experimentierfreude anregen. Es dürfe ruhig auch mal „etwas ausprobiert“ werden, ermunterte Al-Wazir. Das könnten Pop-up-Stores sein, temporäre Bewirtungsangebote, Jugendzentren oder Ko-Working-Spaces in leerstehenden Geschäftsräumen, die Umgestaltung von Plätzen oder das Schaffen neuer Räume für Kultur und Außengastronomie. „Wir wissen ja nicht, was kommt, setzen aber auf den Einfallsreichtum in den Städten und Gemeinden“, sagte Al-Wazir. Willkommen seien vor allem Projekte, die sich schnell umsetzen ließen.

Förderung

Zukunft Innenstadt heißt das Programm des Landes zur Belebung von Stadtzentren und Ortskernen.

Insgesamt 40 Millionen Euro stehen dafür bis Ende 2023 zur Verfügung. In der jetzt gestarteten ersten Runde sind es zehn Millionen Euro. Zusätzlich ist ein Kommunalpreis in Höhe von insgesamt 2,25 Millionen Euro für besonders gute Ideen ausgelobt.

Bewerben können sich ausschließlich die Kommunen selbst. Das geht ab sofort bis Ende Juni.

Alle Infos unter www.nachhaltige-stadtentwicklung-hessen.de pgh

„Das Programm kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Johannes Heger, Geschäftsführer des Hessischen Städte- und Gemeindebunds. Er lobte auch, dass die Förderrichtlinien sehr weit gefasst seien und deshalb viel Raum für Flexibilität ließen. Wer gute Ideen habe, könne damit auch zum Vorbild für andere werden. Abgucken sei ausdrücklich erlaubt.

Bewerben um eine Förderung können sich nur die hessischen Städte und Gemeinden. Sie dürfen allerdings die Fördermittel an Dritte weitergeben. Wer also eine Idee für ein Projekt hat, muss mit dieser in seinem Rathaus vorstellig werden, damit von dort aus der Antrag an das Wirtschaftsministerium gestellt wird.

250 000 Euro je Kommune

Bis zu 250 000 Euro kann eine einzelne Kommune für ein oder mehrere Vorhaben erhalten. Je nach Finanzkraft muss sie zehn oder zwanzig Prozent der Kosten selbst beisteuern. Den Rest trägt das Land. Insgesamt sind dafür zehn Millionen Euro eingeplant.

Zusätzlich können sich die Städte und Gemeinden um den Kommunalpreis bewerben. Besonders gute Ideen und Projekte werden von einer Jury prämiert. Für den ersten Platz gibt es eine Million Euro, für den zweiten 750 000 und den dritten immerhin noch 500 000 Euro.

Zweite Förderrunde angekündigt

Das Wirtschaftsministerium arbeitet bei dem Förderprogramm mit zahlreichen Partner:innen zusammen. Neben den kommunalen Spitzenverbänden sind das die Handwerks- und Handelskammern, Handelsverbände, Architekten, Stadtplaner und die Wohnungswirtschaft. Aus ihren Reihen wird auch die Jury besetzt, die über die Projekte entscheidet.

Al-Wazir kündigte für Herbst eine zweite Runde des Förderprogramms an. Dann solle es um mittel- und langfristige Vorhaben zur Belebung der Innenstädte gehen. Insgesamt stünden dafür aus dem Sondervermögen des Landes bis Ende 2023 bis zu 40 Millionen Euro zur Verfügung.

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