1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Späte Ehrung für Fritz Bauer

Erstellt:

Von: Hanning Voigts

Kommentare

Fritz Bauer war maßgeblich am Zustandekommen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses beteiligt. Foto: dpa
Fritz Bauer war maßgeblich am Zustandekommen des Frankfurter Auschwitz-Prozesses beteiligt. Foto: dpa © Karl Schnörrer/dpa

Der ehemalige Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer soll mehr als 50 Jahre nach seinem Tod mit der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen geehrt werden.

Der ehemalige Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer wird posthum mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille geehrt, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen. „Fritz Bauer ist eine der Schlüsselfiguren der jungen deutschen Demokratie“, teilte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) am Dienstag mit. „Er stritt unermüdlich dafür, das nationalsozialistische Unrecht juristisch zu ahnden.“ Bauer sei es nie um Vergeltung gegangen, sondern darum, die Verbrechen der Nazis öffentlich aufzuarbeiten.

Fritz Bauer, 1903 als Kind deutscher Juden in Stuttgart geboren, hatte ab 1930 als jüngster Hilfsrichter am Stuttgarter Amtsgericht gearbeitet. Im Januar 1933 musste er sein Amt niederlegen und wurde kurzzeitig in einem Konzentrationslager inhaftiert. Anschließend floh er 1936 nach Dänemark und schließlich weiter nach Schweden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Bauer nach Deutschland zurück, wurde 1950 Generalstaatsanwalt am Oberlandesgericht in Braunschweig und ab 1956 Generalstaatsanwalt in Frankfurt. Er gilt als zentrale Figur hinter dem Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965, der die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden zum Thema der deutschen Nachkriegsöffentlichkeit machte.

Die Wilhelm-Leuschner-Medaille wurde vom früheren hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (SPD) gestiftet und wird traditionell am 1. Dezember verliehen. Marit Tiefenthal, eine in Schweden lebende Großnichte Fritz Bauers, soll den Preis an der Universität Frankfurt entgegen nehmen. han

Auch interessant

Kommentare