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Schule

Hessen: Sitzenbleiben ist das „kleinere Übel“

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Der Lehrerverband VBE warnt vor pauschalen Versetzungen wegen Corona. Damit sei keinem geholfen.

Angesichts der massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Schulbetrieb und das Lernen ist nun die Debatte ums Sitzenbleiben aufgeflammt. Im vergangenen Schuljahr wurden auf Anweisung aus dem Kultusministerium alle Schülerinnen und Schüler versetzt, es sei denn, sie wollten freiwillig ein Jahr wiederholen. Dies dürfe nicht noch einmal so gehandhabt werden, mahnt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen.

„Eine weitere pauschale Versetzung nach Ende dieses Schuljahres hilft Schülern und Schülerinnen mit schwachen Leistungen nicht weiter“, sagte VBE-Landesvorsitzender Stefan Wesselmann. Der aktuelle Gesetzentwurf der schwarz-grünen Landesregierung sieht vor, dass „alle Schülerinnen und Schüler in die nächste Jahrgangsstufe versetzt werden, für die kein Antrag auf Wiederholung gestellt wird“. Die Versetzung soll unabhängig von Noten und dem erreichten Lernstand erfolgen.

Entscheidung nach Ostern

Nach Auskunft eines Sprechers des Kultusministeriums gibt es noch keine Entscheidung darüber, ob auch in diesem Jahr wieder so verfahren werden soll. Es gebe sowohl für eine pauschale Versetzung als auch dagegen „gute Argumente“, sagte der Sprecher auf Anfrage. Er gehe davon aus, dass über diese Maßnahme erst nach den Osterferien entschieden werde, wenn absehbar sei, wie der Schulunterricht weiter vonstatten gehe.

In Rheinland-Pfalz hatte sich die Landesregierung kurz vor den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag gegen eine pauschale Versetzung entschieden. Nach Einschätzung des VBE würde eine pauschale Versetzung „den schulischen Erfolg genau jener Schülerinnen und Schüler gefährden, die man zu schützen versucht, also Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Elternhäusern“.

Gerade dort seien die Lernrückstände besonders groß. Gleichzeitig werde eher selten ein Antrag auf freiwilliges Wiederholen gestellt. Dabei sei die Gefahr groß, dass Schulabgänger:innen ohne ausreichende Kenntnisse in Ausbildung oder Studium Schwierigkeiten hätten, Fuß zu fassen. Deshalb sei es das „kleinere Übel“, so Stefan Wesselmann, den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, sich erneut mit dem Unterrichtsstoff des vergangenen Jahres zu beschäftigen. Die angekündigten Feriencamps genügten nicht, um die Wissenslücken zu schließen.

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