Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Die Rückkehr des Wolfs in Hessen führt zu Konflikten.
+
Die Rückkehr des Wolfs in Hessen führt zu Konflikten.

Naturschutz

Hessen setzt auf Abschreckung des Wolfs

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Elektrozäune sollen den Appetit aufs Weidevieh vergällen. Das Land professionalisiert sein Wolfsmangement.

Der Wolf ist nach Hessen zurückgekehrt. Fünf Exemplare seien hier heimisch geworden, zuletzt ein Rüde im Odenwald. Mit der Zunahme der Territorien wüchsen die Herausforderungen für Weidetierhalter, sagte die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). „Ganz ohne Konflikte wird es nicht gehen.“

Damit diese so gering wie möglich ausfallen, hat Hessen nach der Abhaltung mehrerer Runder Tische mit Betroffenen den Umgang mit den Wölfen überarbeitet und professionalisiert. In jedem der insgesamt 39 Forstämter werden künftig Hauptamtliche die ehrenamtlichen Wolfsberater:innen unterstützen. Neu ist auch das Wolfszentrum mit einem vierköpfigen Team, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Zuständig ist es für Monitoring, Kooperation mit anderen Institutionen und Ländern, der Weiterentwicklung des Managements bis hin zum Aufbau einer Hotline und einer Online-Meldeplattform. „Jetzt haben wir ein klares Konzept, wie wir mit der Rückkehr des Wolfs umgehen“, sagt Hinz.

Eine Investition in die Zukunft. Aktuell gehört der Wolf noch zur Gruppe der seltensten Säugetiere in Hessen, wie Thomas Schmid, Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), in dem das neue Zentrum angesiedelt ist, betont. Es sei gut, dass einst ausgerottete Spezies wieder zurückkehrten.

Polulation in Hessen

Zwei Weibchen sind seit Frühjahr 2020 im Vogelsberg und in Nordhessen sesshaft; sie wurden über einen Zeitraum von sechs Monaten durch genetische Untersuchungen wiederholt nachgewiesen.

Zwei weitere Wölfinnen haben ihre Territorien in den Landkreises Hersfeld-Rotenburg und Rheingau-Taunus, ein Rüde im im Odenwald. jur

www.hlnug.de

Die Zahl der nachgewiesenen Bisse bei Vieh sei überschaubar. „Ich bin davon überzeugt, dass ein friedliches Zusammenleben zwischen Menschen und Wölfen möglich ist – ebenso wie der Interessensausgleich zwischen Weidetierhaltung und Naturschutz.“ Von einem sogenannten Problemwolf wisse er nichts, bekräftigte Schmid.

An erster Stelle stehe die Abschreckung, sagt Ministerin Hinz. Der Wolf darf erst gar nicht Appetit bekommen auf Schafe, Ziegen, Rinder oder gar Pferde. „Er soll Schmerzen erleiden, wenn er auf einen Weidezaun trifft.“ Das Land hat die Zuschüsse für höhere Zäune, stärkere Elektrifizierung oder Herdenschutzhunde aufgestockt.

Nach einem Angriff können jetzt auch Rinder- und Pferdehalter:innen Fördergeld beantragen. Sind alle diese Möglichkeiten ausgeschöpft, kommt für Hinz „als Ultima Ratio“ der Abschuss infrage.

Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) Hessen hofft, dass die angekündigten personellen und finanziellen Hilfen von den Weidetierhalterinnen und -haltern nun möglichst unbürokratisch abgerufen werden könnten.

Die landwirtschaftspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Wiebke Knell, hält den Wolfsmanagementplan für unzureichend. „Es ist praxisfern, alle Weiden so einzuzäunen, dass Weidetiere vor Wolfsrissen geschützt werden können.“ In Wahrheit sei die Population größer und im Rudel jage der Wolf auch große Tiere – etwa Pferde. „In Niedersachsen ist man bereits zum Abschuss übergegangen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare