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Lernen, als wäre es das Normalste der Welt. So soll in Hessen die Schule wieder werden. Am Anfang aber sind Tests und Masken Standard.
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Lernen, als wäre es das Normalste der Welt. So soll in Hessen die Schule wieder werden. Am Anfang aber sind Tests und Masken Standard. Auch Impfen ist ein Thema.

Ferienende in Hessen

Hessische Schulen starten in fast normales Schuljahr - trotz Tests und Masken

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Am Montag beginnt das Schuljahr in Hessen. Es gibt Präsenzunterricht für alle Jahrgänge und zum Start eine Maskenpflicht auch am Platz. Auch getestet wird wieder.

Wiesbaden/Frankfurt - Drei Tests je Woche für alle Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte. Maskenpflicht auch am Platz. Präsenzunterricht an allen Schulen und in allen Jahrgangsstufen. So beginnt in Hessen am Montag das Schuljahr. Es werde, zeigt sich Kultusminister Alexander Lorz (CDU) überzeugt, ein Schuljahr mit „wesentlich mehr Normalität“, als das beim vergangenen aufgrund des Coronavirus der Fall war.

Schulschließungen werde es nicht mehr geben, sagte Lorz am Freitag in Wiesbaden, wo er die Pläne und Zahlen für das nächste Schuljahr vorstellte. Auch keinen Wechselunterricht mit Homeschooling. Das sei seine feste Überzeugung und der erklärte Wille der Landesregierung.

Vorsicht nach Reiserückkehr: Erste zwei Wochen nach Schulbeginn mit strengen Regeln

Um dies zu erreichen, gibt es zum Auftakt zwei „Präventionswochen“. Dazu gehört der zusätzliche dritte Test (später sollen es zwei je Woche sein) ebenso wie die Maskenpflicht. „Diese beiden Wochen sind entscheidend dafür, wie wir durch das Schuljahr kommen“, sagte Lorz. Die Schritte sollten helfen, dem durch Reiserückkehrer erwarteten Anstieg von Corona-Infektionen die Spitze zu nehmen.

Zudem hat das Kultusministerium einen neuen Quarantäneerlass herausgegeben. Dieser soll verhindern, dass ganze Klassen, Kurse oder gar Schulen wochenlang den Präsenzunterricht einstellen müssten. Der Erlass sieht vor, dass bei einem Covid-19-Fall lediglich die direkten Sitznachbarn sowie unmittelbaren Kontaktpersonen der oder des Infizierten in Quarantäne gehen müssen. Für die betroffenen Klassen oder Kurse gilt dann zwei Wochen lang eine tägliche Pflicht zum Corona-Test sowie die Maskenpflicht auch am Platz.

Schuljahr im Zeichen des Aufholens: Zurück in Rhythmus und Struktur finden

Insgesamt steht das Schuljahr laut Lorz im Zeichen des Aufholens. Dabei gehe es nicht in erster Linie darum, versäumten Lernstoff nachzuarbeiten. „Das macht uns den wenigsten Kummer“, sagte der Minister. Wichtiger sei zunächst, die Lerngruppen wieder zusammenzuführen, Rhythmus und Struktur in den Schulalltag zurückzubringen.

Das Land hat dazu das Programm „Löwenstark“ aufgestellt, das beispielsweise Förderkurse, zusätzliche Unterrichtsstunden, mehr Personal und zahlreiche Kooperationen mit außerschulischen Partnern wie etwa der Polytechnischen Gesellschaft und anderen Stiftungen vorsieht. Auch kommerzielle Anbieter können eingebunden werden. Insgesamt stehen dafür 150 Millionen Euro bereit, je zur Hälfte vom Bund und vom Land.

Schule in Zahlen

761 500 Schüler:innen an 1806 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen gibt es in Hessen. Das sind 1500 Schüler:innen und elf Schulen mehr als im vorigen Schuljahr.

Die Zahl der Lehrer:innenstellen wuchs um 70 auf nun 55 540.

Ganztagsangebote gibt es an 1261 Schulen (plus 36). Die Lehrer:innenstellen dort steigen auf 3981 (plus 350).

Das Elterntelefon ist bis 10. September montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr aktiv unter 0611/368-6000. pgh

Nach Corona-Schuljahr 2020/2021: Viel soll sich normalisieren

Normalität soll sich weitgehend bei den üblichen Regeln etwa zu Klausuren, Vergleichsarbeiten oder Versetzungen einstellen. Auch die Curricula, die den jeweiligen Lernstoff für die Fächer und Jahrgangsstufen vorgeben, wurden nicht geändert. „Wir gehen beim Lernen aber nicht mit den gleichen Ansprüchen heran wie in normalen Jahren“, erläuterte Lorz. Möglicherweise sei es auch nötig, die Versetzungen ins nächste Schuljahr noch einmal zu erleichtern.

Schwerpunkte des nun beginnenden Schuljahrs seien zudem die Förderung der Bildungssprache Deutsch, der Ausbau von Ganztagsangeboten und die weitere Digitalisierung. Dazu solle bald auch ein Truck des Ministeriums durch das Land rollen, in dem modellhaft die Möglichkeiten digitaler Lehr- und Lernmedien gezeigt werden sollen.

Impfen als „Königsweg aus der Pandemie“: Schulämter organisieren Impftermine im neuen Schuljahr

Eigene Impfangebote für Schülerinnen und Schüler will das Ministerium nicht machen. Schulen, die dies wollten, könnten allerdings auf die Unterstützung der Staatlichen Schulämter bauen. Sie müssten dort lediglich den Wunsch etwa nach einem mobilen Impfteam oder einem Impfbus anmelden, das Amt werde dann die Organisation weitgehend übernehmen. „Wir hoffen, dass viele dieses Angebot annehmen, denn Impfen ist der Königsweg aus dieser Pandemie.“

Die Opposition im Landtag bemängelte die Pläne. Lorz rede die Lage schön und habe es versäumt, die Schulen ausreichend auf den Herbst vorzubereiten. Es fehlten Lüfter und zusätzliches Personal, kritisierte Elisabeth Kula (Linke). Die FDP forderte mehr Unterstützung für die Schulen beim Impfen sowie eine wissenschaftliche Beobachtung des Infektionsgeschehens. Zudem sei zweifelhaft, ob die Lernrückstände mit den angekündigten Maßnahmen aufgeholt werden könnten, sagte Moritz Promny. Für die SPD forderte Christoph Degen, bis zum Herbst auf Klausuren zu verzichten. (Peter Hanack)

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