Jüdisches Leben in Frankfurt - Auch Juden werden zunehmend Opfer von Gewalt.
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Auch Juden werden zunehmend Opfer von Gewalt.

Antisemitismus

Hessen schützt jüdische Einrichtungen besser

  • Peter Hanack
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Die hessische Landesregierung gibt Geld für sichere Fenster und Türen. In Hessen werden knapp 400 Objekte von der Polizei beschützt.

Die Landesregierung stellt noch in diesem Jahr knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung, um jüdische Einrichtungen vor möglichen Angriffen besser zu schützen. Anlass dafür ist der antisemitische Terroranschlag auf eine Synagoge in Halle vor gut einem Jahr.

Gesichert werden sollen vor allem Kindergärten, Bildungs- und Kultureinrichtungen und eben die Synagogen. Insgesamt handelt es sich in Hessen um mehr als 40 Objekte, in denen jüdisches Leben stattfindet, sowie mehr als 350 weitere jüdische Einrichtungen wie Museen, Friedhöfe oder auch Altenheime. Diese werden nach Angaben des Innenministeriums von der Polizei teils sichtbar, zum Teil auch durch verdeckte Maßnahmen geschützt.

Im Nachtragshaushalt des Ministeriums wurden zudem Mittel für den Einsatz von 30 Wachpolizisten bereitgestellt. Weitere vier Millionen Euro sind für das Haushaltsjahr 2021 eingeplant. Mit dem Geld soll unter anderem der Einbau von sicheren Fenster und Türen, Video- und Beleuchtungssystemen finanziert werden.

„Jüdisches Leben wird in Hessen immer unter dem besonderen Schutz des Staates stehen“, erklärte Innenminister Peter Beuth. Die zusätzlichen Mittel zur Sicherung seien ein starkes Zeichen der Landesregierung, sagte der Vorsitzende des Landesverbands der jüdischen Gemeinden in Hessen, Jacob Gutmark. Er dankte der Polizei, „die mit technischem Knowhow und großem personellen und materiellen Einsatz an unserer Seite steht“.

Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, mahnte eine entschlossene Bekämpfung des Antisemitismus an. Er hoffe, es sei irgendwann nicht mehr nötig, Synagogen, jüdische Schulen und andere Einrichtungen von der Polizei schützen lassen zu müssen.

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