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Das Rhein-Main-Congress-Centrums ist als Impfzentrum bereits fertig eingerichtet.
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Das Rhein-Main-Congress-Centrums ist als Impfzentrum bereits fertig eingerichtet.

Coronavirus

Hessen ruft zum Impfen auf

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Hessens Landesregierung hofft auf große Teilnahme an Impfprogramm gegen Corona, um wieder ein normales Leben zu ermöglichen. Doch Teile der Opposition reagieren skeptisch.

Die schwarz-grüne Landesregierung setzt darauf, dass sich möglichst viele Menschen in Hessen gegen das Coronavirus impfen lassen. Es sei eine Chance, „von der Geißel dieses Virus endlich befreit“ zu werden, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU) am Donnerstag im Landtag in Wiesbaden.

Beuth geht davon aus, dass die 28 hessischen Impfzentren am kommenden Dienstag einsatzbereit sind. Der Impfstoff werde aber erst „mutmaßlich Ende des Monats, vielleicht auch erst Anfang nächsten Jahres“ zur Verfügung stehen.

Die Anmeldung zur Impfung werde bundesweit organisiert, wofür auch in Hessen Callcenter aufgebaut würden. In der „ersten Runde“ könnten sich voraussichtlich Menschen über 80 Jahren, Bewohner:innen von Alten- und Pflegeheimen sowie Beschäftigte im Gesundheitssektor impfen lassen. Abgeordnete der Koalition versicherten, dass die Teilnahme freiwillig bleibe. Umso eindringlicher warben sie dafür mitzumachen, um die sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

„Wir brauchen diese Impfung, damit dieses Land aus dem Tal herauskommt“, betonte der Grünen-Sozialpolitiker Marcus Bocklet. „Wir wollen wieder ein normales Leben führen in Hessen.“ Der CDU-Abgeordnete Alexander Bauer rief aus: „Wir alle sind bereit, die Ärmel hochzukrempeln, damit die größte Impfaktion in der Geschichte unseres Landes beginnen kann.“

Aus der Opposition klang das teilweise ähnlich. Der FDP-Abgeordnete Yanki Pürsün sagte, die Impfstoffe besäßen „das Potenzial, unser Weihnachtswunder zu werden“.

Doch in die große Hoffnung mischte sich auch Skepsis. Die Linken-Sozialpolitikerin Christiane Böhm mahnte, dass Maskentragen und Abstandspflicht bis weit ins nächste Jahr beachtet werden müssten. „Wenn alles nur noch auf die Impfrate schaut, wird es schwierig, Menschen zu überzeugen, sich pandemiegerecht zu verhalten“, fügte sie hinzu.

SPD und FDP bezweifelten, dass die Landesregierung die Massenimpfung gut vorbereitet habe. Die SPD-Abgeordnete Daniela Sommer sagte, der Aufbau der Impfzentren sei von den Kommunen und Hilfsorganisationen gestemmt worden. Beuth entgegnete, es handele sich um eine „Gemeinschaftsaufgabe“, die auch gemeinschaftlich gelöst werde.

Risiken eingeräumt

Mehrere Redner sprachen an, dass die Impfungen „Risiken“ bürgen, etwa was die Langzeitwirkung betreffe. Dennoch sehen CDU, Grüne, SPD, FDP und Linke vor allem eine Chance, die häufig tödliche Viruserkrankung zu stoppen.

Dagegen überwog am rechten Rand des Landtags die Skepsis. Das brachten der AfD-Abgeordnete Volker Richter und die fraktionslose Abgeordnete Alexandra Walter zum Ausdruck. „Das ist ein Feldversuch mit offenem Ausgang“, monierte Richter. Es sei ungewiss, ob die angestrebte Impfrate von mindestens 60 Prozent der Bevölkerung erreicht werde. Daher hegten viele Menschen zu Recht die „Sorge, dass es mit der Freiwilligkeit schnell vorbei“ sei.

Walter sagte: „Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nichts über langfristige Wirkungen.“ Dafür erhielt sie Beifall aus der AfD-Fraktion. Alexandra Walter war über die AfD-Liste in den Landtag gewählt, aber nicht in die Fraktion aufgenommen worden, wegen von ihr bestrittenen Vorwürfen, sie habe Kriegsverbrechen verharmlost.

Derweil scheiterte die AfD-Landtagsfraktion mit ihrer Klage gegen die Pflicht, im hessischen Landtag Masken zu tragen. Der Staatsgerichtshof wies die Klage gegen eine Verfügung von Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) ab.

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