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Hessen

Hessen: Ruf nach mehr Herzblut für den Wohnungsbau

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Die Wirtschaft fordert von der Kommunalpolitik mehr Einsatz für bezahlbare Bleiben. Oft scheiterten gute Projekte an der Akzeptanz.

Mehr Rückgrat in der Politik fordert die hessische Wohnungswirtschaft. „Sie muss mit Herzblut für neue Wohngebiete kämpfen“, sagt Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft. Als Beispiel nennt er den Konflikt um das Vorhaben Günthersburghöfe in Frankfurt.

„Ein Vorzeigeprojekt“, so Tausendpfund, das unverständlicherweise auf Widerstand einzelner Gruppen in der Bevölkerung und Politik stoße. Hier sei etwas grundsätzlich schiefgelaufen. „Da kann man nur den Kopf schütteln“, sagt Tausendpfund, der am Dienstag im Vorfeld der hessischen Kommunalwahl die Forderungen der Verbandsmitglieder vorstellte.

Der Verband

Der VdW Südwest vertritt die Interessen von rund 200 privaten und öffentlichen Unternehmen der Wohnungswirtschaft in Hessen und dem südlichen Rheinland-Pfalz mit rund 400 000 Wohnungen.

Die Durchschnittsmiete liegt bei 6,45 Euro in Hessen und 5,73 Euro in Rheinland-Pfalz.

Mit mehr als 80 Prozent bauen und erhalten sie eigenen Angaben zufolge den überwiegenden Teil der geförderten Wohnungen in Hessen. jur

Er appellierte an die Politik vor Ort, die richtigen Bedingungen für bezahlbares Wohnen zu schaffen. Bis zum Jahr 2040 müssten in Hessen rund 360 000 neue Wohnungen entstehen, vor allem im bezahlbaren Segment. Ohne eine starke gesellschaftliche Akzeptanz sei dieses Ziel nicht erreichbar. Hier komme der Politik vor Ort eine Schlüsselrolle zu: „Die Verantwortlichen auf kommunaler Ebene müssen eine aktive Rolle spielen, indem sie transparent und frühzeitig informieren und die Anwohner einbeziehen.“ Von einer Entspannung der Mieten profitierten schließlich alle, so Tausendpfund.

Die Nachfrage nach preis-günstigen Mietwohnungen ist nach seiner Darstellung groß, das Engagement in den Rathäusern in Frankfurt, Wiesbaden und Darmstadt, aber auch in deren Umland noch ausbaufähig. Förderung sei ein Weg, um bezahlbares Wohnen für Menschen mit geringen und mittleren Einkommen zu ermöglichen. Doch die Zahl der geförderten Bleiben gehe seit Jahren zurück. Ein Trend, der gestoppt werden müsse. „Dafür erwarten wir von den Kommunen eine stärkere, auch finanzielle Beteiligung.“ Die Programme des Landes eröffneten dazu gute Möglichkeiten. Etwa den Ankauf von Belegungsrechten, für den Anträge mit Beteiligung der Kommunen bevorzugt behandelt würden. „So kann schnell mehr bezahlbarer Wohnraum für Menschen mit mittleren und geringen Einkommen entstehen.“

Mit der Planungshoheit bei der Ausweisung von neuem Bauland hätten die Kommunen nach Ansicht des Verbandsvorsitzenden den entscheidenden Schlüssel in der Hand. „Sie entscheiden, wo und was gebaut wird.“ Und auch, wer dort künftig wohnen könne. Wer die Grundstücke an die jeweils Meistbietenden veräußere, entscheide sich für hochpreisige Mieten beziehungsweise Eigenheime. Tausendpfund plädierte stattdessen für eine Vergabe, die sich an inhaltlichen Kriterien orientiert. „Wer das beste Konzept für bezahlbares Wohnen hat, bekommt den Zuschlag.“

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