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Hessen: Ruf nach Aktionsplan

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Von: Jutta Rippegather

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Die Liga der freien Wohlfahrtspflege warnt vor der Gefahr der Energiearmut. Die Situation für Menschen mit geringem Einkommen habe sich dramatisch verschärft.

Einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Energiearmut fordern die Wohlfahrtsverbände in Hessen. „Es müssen alle wichtigen Akteure in Hessen wie Energieversorger, Kommunen, Sozialverbände, Verbraucherzentrale, Schuldnerberatungen an einen Tisch geholt werden“, sagt Jörg Klärner von der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Hessen. Ähnliche Formate liefen bereits in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen.

Die für nächstes Jahr geplante Erhöhung des Hartz-IV-Regelbedarfs komme zu spät. „Es braucht jetzt wirksame Unterstützungszahlungen für die Ärmsten und keine Pauschalzahlungen an alle Haushalte.“ Hohe Energiekosten und steigende Lebensmittelpreise brächten Geringverdiener:innen, Studierende und Rentner:innen mit kleinen Einkommen zunehmend in finanzielle Nöte. „Gerade für sie erhöht sich das Armuts- und Verschuldungsrisiko, wenn sie keine staatlichen Hilfen erhalten.“

Bereits seit dem Jahr 2018 seien laut Bundesnetzagentur in Hessen 22 000 Haushalte von Energiesperren betroffen gewesen. Der Krieg in der Ukraine habe die Situation „dramatisch verschärft“. Die seit Sommer 2021 um rund 62 Prozent gestiegenen Strompreise müssten Hartz-IV-Bezieher:innen aus ihrem Regelsatz bezahlen. Hinzu kämen die Gaspreise fürs Heizen, die sich zum Jahresbeginn um durchschnittlich 75 Prozent erhöht hätten. „Hier sind die Kommunen in der Pflicht.“

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