Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bei der verbotenen Neonazi-Truppe „Combat 18“ sichergestellte Schusswaffen (Symbolbild). Foto: dpa
+
Bei der verbotenen Neonazi-Truppe „Combat 18“ sichergestellte Schusswaffen (Symbolbild).

Rechtsextremismus

Hessen: Rechtsterrorist Peter Naumann gestorben

  • vonJoachim F. Tornau
    schließen
  • Hanning Voigts
    Hanning Voigts
    schließen

Der Rechtsterrorist Peter Naumann ist tot. Der Neonazi hatte in 1979 Fernseh-Sendemasten gesprengt, um die Ausstrahlung der TV-Serie „Holocaust“ zu verhindern.

Der bekannte hessische Neonazi, NPD-Politiker und Rechtsterrorist Peter Naumann ist tot. Nach Recherchen der Frankfurter Rundschau starb der 68 Jahre alte Naumann, der offenbar schon länger an einem Nierenleiden litt, bereits am 3. März in einer Spezialklinik.

Naumann, der 1952 in Wiesbaden geboren wurde und lange im nordhessischen Frielendorf lebte, hatte bereits als junger Mann eine politische Karriere in der Jugendorganisation der rechtsextremen NPD gemacht, die damals noch „Junge Nationaldemokraten“ (JN) hieß und heute unter dem Namen „Junge Nationalisten“ (JN) auftritt. Er brachte es bis zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der JN, leitete zeitweise den NPD-Kreisverband Wiesbaden und war außerdem im Nationaldemokratischen Hochschulbund (NHB) aktiv. Naumann schloss sein Chemiestudium als Diplomingenieur ab und galt als geübt im Umgang mit Sprengstoffen.

Rechtsterrorist Naumann war auch in der NPD

Parallel zu seinen Aktivitäten in der NPD trat er früh als Rechtsterrorist in Erscheinung: Bereits Anfang der 70er-Jahre wurden selbst gebaute Sprengsätze bei ihm gefunden, im Sommer 1978 verübte er mit einem weiteren Neonazi einen Anschlag auf eine Gedenkstätte im Süden Roms, die an die 335 zivilen Opfer eines SS-Massakers im März 1944 erinnert.

Im Jahr darauf sprengten Naumann und sein Komplize zwei Fernsehsendemasten, um die Ausstrahlung der TV-Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ zu verhindern. Später legte Naumann, der in der rechtsextremen Szene als „Bombenhirn“ bekannt wurde, zahlreiche Waffen- und Sprengstoffdepots an und arbeitete zeitweise mit anderen Rechtsterroristen an einem Plan, den in Spandau inhaftierten Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß mit Gewalt zu befreien. Ende der 80er-Jahre wurde Naumann wegen seiner Anschläge zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Einige seiner Waffendepots verriet er der Polizei.

NPD bestätigt: Naumann ist am 3. März gestorben

Auf FR-Anfrage bestätigte die NPD Hessen, dass Naumann am 3. März gestorben und bis zu seinem Tod Parteimitglied gewesen sei. Die Neonazikleinstpartei „Die Rechte“ veröffentlichte auf ihrer Webseite einen Nachruf, in der Naumann als umstritten, aber auch als „nationales Urgestein“ und „kerndeutsch“ bezeichnet wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare