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Hessen: Polizisten unter Drogenverdacht drehten Musikvideo

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Von: Hanning Voigts

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Die hessische Polizei fällt immer wieder durch negative Schlagzeilen auf (Symbolfoto).
Die hessische Polizei fällt immer wieder durch negative Schlagzeilen auf (Symbolfoto). © Michael Schick

Zu den Drogen-Ermittlungen gegen zwei hessischen Bereitschaftspolizisten werden neue Details bekannt. Die beiden Beamten sollen in Ludwigshafen ein Musikvideo gedreht haben.

Frankfurt – Zu den in der vergangenen Woche öffentlich gewordenen Drogenvorwürfen gegen zwei hessische Bereitschaftspolizisten werden weitere Details bekannt. Die Staatsanwaltschaft im rheinland-pfälzischen Frankenthal teilte der Frankfurter Rundschau auf Anfrage erstmals Hintergründe zu dem Ermittlungskomplex mit. Demnach waren die beiden hessischen Beamten offenbar zum Dreh eines Musikvideos nach Ludwigshafen gefahren, bei dem sie wohl als Komparsen mitwirken sollten. Dort hatten Polizist:innen aus Rheinland-Pfalz sie Ende Juni mit 14 weiteren Personen in einer Privatwohnung angetroffen.

Nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft waren der örtlichen Polizei „Schreie und Kampfgeräusche“ aus dieser Wohnung gemeldet worden, was einen Polizeieinsatz ausgelöst habe. In der Wohnung seien unter anderem zwei Kilogramm einer weißen Substanz gefunden worden, bei der ein erster Drogentest ergeben habe, dass es sich um Amphetamin handeln könnte. Außerdem seien 925 Gramm eines weiteren Stoffes sichergestellt worden, bei dem es sich allem Anschein nach um Marihuana handele.

Polizei in Hessen: Drogentests im Labor – Autokennzeichen in ehemaligen Polizeiwagen

Welche Art von Bekanntschaft es genau zwischen den insgesamt 16 in der Wohnung angetroffenen Personen gebe, sei noch Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen, sagte die Staatsanwaltschaft. Momentan würden beim Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz noch weitere Labortests vorgenommen, um genau zu bestimmen, ob es sich bei den aufgefundenen Substanzen tatsächlich um Drogen handele und wie hoch ihr Wirkstoffgehalt sei.

Zu den Ermittlungen gegen einen der beiden hessischen Polizisten wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft der FR, im Kofferraum des Autos des Mannes, einem ehemaligen Streifenwagen der hessischen Polizei, hätten sich vier Paar Autokennzeichen befunden. Bei diesen bestehe der Verdacht, „dass das aufgeklebte Landessiegel und die TÜV-Plaketten gefälscht sein können“. Auch in diesem Fall dauerten die Ermittlungen an.

Hessen: Bereitschaftspolizei nach Drogenvorwürfen gegen Beamte mit knapper Mitteilung

Eine knappe Pressemitteilung der hessischen Bereitschaftspolizei, mit der die Vorwürfe wegen des Verdachts auf Drogendelikte und Urkundenfälschung öffentlich bekanntgeworden waren, hatte am vorigen Donnerstag einiges Aufsehen erregt. Darin hieß es, einige der in der Ludwigshafener Wohnung angetroffenen Personen hätten Widerstand gegen die eingesetzten Polizeikräfte geleistet. Der Präsident des Bereitschaftspolizeipräsidiums, Malte Neutzler, hatte zwar betont, dass für die beiden Beamten die Unschuldsvermutung gelte, zugleich aber gesagt, man nehme die Vorwürfe ernst. Gegen beide Polizisten wurden Disziplinarverfahren eingeleitet.

Die Opposition im hessischen Landtag hat von Innenminister Peter Beuth (CDU) bereits weitere Aufklärung in dem Fall verlangt. Beuth müsse im Innenausschuss des Landtags zu dem Komplex Stellung nehmen, forderte etwa Heike Hofmann, die innenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. (Hanning Voigts)

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