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Uni

Hessen plant neuen Weg zum Medizinstudium

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Wer sich zu einer Niederlassung in unterversorgten Regionen verpflichtet, kann den numerus clausus umgehen. Doch mehr Studienplätze gibt es nicht.

Ein Super-Abitur soll nicht alleiniger Schlüssel zu einem Medizinstudium sein. Hessen will vom Wintersemester 2022 an jedes Jahr 65 der insgesamt 1000 Studienplätze an jene vergeben, die sich nach der Ausbildung für mindestens zehn Jahre in einer unterversorgten Region niederlassen. Denn auf dem Land sowie in Stadtteilen mit sozial schwacher Bevölkerung sind immer mehr Arztsitze vakant. 52 Plätze will die schwarz-grüne Koalition für Allgemein- sowie Kinder- und Jugendmedizin reservieren, die restlichen 13 für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Zusätzliche Studienplätze sieht der Gesetzentwurf nicht vor, den die gesundheitspolitischen Sprecher der Regierungsparteien am Montag vorstellten.

Das Thema bewegt die Politik in Wiesbaden schon länger. Mehrere Bundesländer haben die sogenannte Landarztquote schon eingeführt, um die Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Im Koalitionsvertrag steht sie, die SPD hatte im vergangenen Dezember einen Gesetzentwurf eingebracht, den Schwarz-Grün ablehnte. Daran erinnerte am Montag die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Sommer: „CDU und Grüne haben eine sinnvolle, hilfreiche und wichtige Gesetzesinitiative der SPD niedergestimmt, um kurz vor der Kommunalwahl selbst damit Wahlkampf machen zu können.“

Nach Darstellung der Koalitionäre ist ihr Konzept wesentlich besser: weil die Kinderärzte und der Öffentliche Gesundheitsdienst auch berücksichtigt würden. Und weil dazu ein „Kerncurriculum“ gehöre. Mit Praktika in ländlich gelegenen Praxen, Begleitseminaren an der Universität, Mentoring-Programmen, finanzieller Unterstützung durch Stipendien und der Garantie eines nahtlosen Übergangs zwischen Aus- und Weiterbildung. Quoten gibt es schon jetzt. Derzeit vergibt Hessen 20 Prozent aller Medizinstudienplätze ohne Numerus clausus etwa an Ausländer oder bei außergewöhnlichen Härten. Davon sollen jetzt 7,8 Prozent abgezwackt werden. Wer den Zuschlag erhält, das entscheiden die Universitäten: Auswahlkriterien sind neben den Zeugnisnoten „fachspezifische Eignungen“, berufliche Erfahrungen in der Medizin, persönliche und soziale Kompetenz oder auch ehrenamtliches Engagement, sagte Marcus Bocklet (Grüne). Wer nach der Ausbildung seiner zehnjährigen Verpflichtung nicht nachkomme, müsse mit Sanktionen rechnen. „Das sind nicht Mediziner zweiter Klasse“, betonte Ralf-Norbert Bartelt (CDU). Die Ausbildung werde durch zusätzliche Module erweitert, von denen auch andere Studierende profitierten. „Das ist eine Verbesserung.“

Der Präsident der Landesärztekammer, Edgar Pinkowski, sieht in der Quote nicht die geeignete Lösung. „Bei einer zwölf- bis 15-jährigen Aus- und Weiterbildungszeit ist es für Medizinstudierende und junge Kolleginnen und Kollegen in Weiterbildung schwierig bis unmöglich, Vorausplanungen für die spätere Berufslaufbahn zu treffen.“ Nach seiner Auffassung, kann nur eine Erhöhung der Studienplätze den Mangel an Ärzt:innen lösen.

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