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Hessen: Pflegende Angehörige in Not

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Von: Jutta Rippegather

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Die SPD sieht großen Mangel bei Unterstützungsangeboten. Das Land arbeitet an einem Pflegebericht.

Pflegende Angehörige fühlen sich allein gelassen, sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Landtagsfraktion, Daniela Sommer. Es fehle an Hilfen, an Unterstützung. Ihre Fraktion habe vor fünf Jahren gefordert, einen kompakten Überblick über den Ist-Zustand zu erstellen und den künftigen Bedarf. Damals habe die schwarz-grüne Koalition ihren Vorstoß abgelehnt, jetzt wohl ihre Haltung geändert. „Ich habe den neuen Ministerpräsidenten Rhein jedenfalls so verstanden, dass er wenigstens das Grundproblem erkannt hat, nämlich die miserable Datenlage zum Pflegebedarf“, sagte Sommer am Mittwoch in der von der SPD initiierten Debatte zur Situation der Pflege in Hessen. Es müsse sich dringend etwas ändern. Angehörige verzweifelten regelmäßig bei dem Versuch, einen ambulanten Pflegedienst zu finden, Essen auf Rädern oder Plätze für die Kurzzeit- und Verhinderungspflege. Sie hoffe, dass nun endlich etwas geschehe.

Die Vertreter:innen der Koalition zählten in ihren Redebeiträgen auf, was Hessen schon alles unternommen habe. Die generalistische Ausbildung, Projekte zur Weiterentwicklung der Pflegestützpunkte, Entlastungsangebote – „wir fangen keinesfalls bei Null an“, sagte Petra Müller-Klepper von der CDU. Aber es gebe noch viel zu tun. Sozialminister Kai Klose (Grüne) wies auf den hessischen Pflegebericht hin, die Umsetzung habe zum 1. Juli begonnen. Eine Datensammlung, wie sie die SPD vor fünf Jahren gefordert hatte.

Die FDP stimmte der SPD zu. Der im Antrag geforderte Landespflegeplan müsse auch den Aspekt moderne Technik beleuchten, ergänzte der gesundheitspolitische Sprecher Yanki Pürsün. „Wenn Pflegekräfte entlastet werden, werden sie mit ihrer Arbeit zufriedener und länger in der Pflege tätig sein.“ Die Angehörigen würden durch Vernetzung und Digitalisierung entlastet. Christiane Böhm von der Linksfraktion legte den Schwerpunkt auf die fehlenden Fachkräfte und hohe Arbeitsbelastung in Kliniken wie Heimen. Die Linke habe im Mai einige wesentliche Eckpunkte zur Überwindung des Pflegenotstands aufgezeigt hat. Die Landesregierung habe dies ignoriert.

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