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Ein Feldhamster schaut nach seiner Auswilderung auf einer Ackerfläche bei Mannheim aus einem Erdbau.
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Ein Feldhamster schaut nach seiner Auswilderung auf einer Ackerfläche bei Mannheim aus einem Erdbau.

Hessen

Hessen organisiert mehr Schutz für Hamster und Co

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Hessen bündelt Expertise in einem neuen Artenschutz-Zentrum. Es soll die Politik beraten. Gesucht werden Räume in Mittelhessen.

Der Rückgang der Artenvielfalt treibt Politik und Fachleute um. „Wenn wir unsere Biodiversität verlieren, verlieren wir unsere Lebensgrundlage“, warnt die hessische Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). „Wir müssen generell dagegensteuern“, betont der Präsident des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), Thomas Schmid.

Am Freitag gaben beide bei einer Video-Pressekonferenz bekannt, dass im HLNUG ein Zentrum für Artenvielfalt entstehen soll. Dort werden bisherige Aktivitäten gebündelt und neue angegangen. So finden das hessische Wolfszentrum, die Staatliche Vogelschutzwarte, die Naturschutzakademie Hessen und eine wildbiologische Forschungsstelle dort ihren Platz. Das Zentrum soll beispielsweise Artenschutzkonzepte für „Windkraft-sensible Arten“ entwickeln. Insgesamt erwarte sie „Empfehlungen ganz konkret für die Politik“ von der neuen Einrichtung, sagte Hinz.

Zusätzliche Stellen

Die Ministerin kündigte an, dass fünf zusätzliche Stellen für das Zentrum zur Verfügung stünden. Weitere vier Stellen würden von CDU und Grünen für den Haushalt 2022 beantragt. Das Artenschutz-Zentrum soll mit dem Lore-Steubing-Institut für Naturschutz und Biodiversität zusammenarbeiten, in dem im vorigen Jahr Expertise aus Wissenschaft und Praxis gebündelt wurde.

Neue Einrichtung

Das neue Zentrum für Artenvielfalt ist beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt. Es hat 53 Beschäftigte. Fünf Stellen sollen mit dem Haushalt 2022 hinzukommen.

In Gießen und Wetzlar hat das Zentrum seinen Sitz. Ein neuer Standort in Mittelhessen wird gesucht. pit

Unklar ist noch, wo das Zentrum seinen Sitz haben wird. Starten wird es in Gießen und Wetzlar. Das Land ist aber auf der Suche nach anderen Räumen in Mittelhessen. Schließlich habe sich die Regierung vorgenommen, „Arbeitsplätze in ländlichen Räumen zu schaffen“, sagte Hinz. Sie betonte, dass Hessen bereits gute Erfahrungen mit seinem Engagement für den Artenschutz mache. So sei der Bestand an Rebühnern und Feldhamstern durch „Feldflurprojekte“ stabilisiert worden. Sie waren 2018 gestartet worden, um dem Artenverlust auf landwirtschaftlich genutzten Flächen zu begegnen. Dabei sollen Blühflächen, Brachen, Feldraine und Hecken als Lebensräume geschaffen werden.

„Starke Stimme für Biodiversität“

HLNUG-Präsident Schmid stellte fest, die Erkenntnisse zu allen Arten würden erstmals unter einem Dach gebündelt. Das Zentrum für Artenvielfalt sei „die neue starke Stimme für Biodiversität und Naturschutz in Hessen“.

Hinz unterstrich die Bedeutung. „Blühende Obstbäume, der Gesang der Nachtigall oder farbenprächtige Schmetterlinge – die Vielfalt der Natur von A wie Arnika bis Z wie Zwergfledermaus bereichert unser Leben“, sagte sie. Die Bündelung der Expertise komme der Natur zugute und helfe gleichzeitig dabei, „Planungen für unvermeidbare Eingriffe von vorneherein naturschonend zu gestalten“.

Beschleunigung von Genehmigungsverfahren

Der hessische Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hofft, dass das neue Zentrum praktische Wirkungen zeitigt. „Die immer wieder geforderte Beschleunigung von Genehmigungsverfahren kann zum Beispiel nur gelingen, wenn die Datenbestände über gefährdete Lebensräume und geschützte Flächen zeitnah aktualisiert werden“, sagte BUND-Naturschutzreferent Thomas Norgall.

Die Linkspartei betonte, dass die Gründung eines neuen Zentrums nicht helfe, wenn sich die Politik nicht ändere. „Wichtiger wäre beispielsweise die Umsetzung des angekündigten Pestizid- reduktionsplans, keine Zulassung von für Bienen giftigen Neonikotinoiden für den Zuckerrübenanbau. Oder ein Stopp der Flächenversiegelung in Hessen“, sagte die Linken-Landtagsabgeordnete Heidemarie Scheuch-Paschkewitz.

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