Corona

Schulbeginn in Hessen: Opposition fordert Stufenplan und Maskenpflicht im Unterricht

  • Peter Hanack
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SPD und Linke wollen klare Vorgaben, was in Hessen bei steigenden Corona-Infektionenzahlen passieren soll. Und die GEW will weiterhin auf Abstand bleiben.

  • Die Schule beginnt in Hessen wieder unter Corona-Auflagen.
  • Die SPD und Linke in Hessen fordern einen Stufenplan für steigende Infektionszahlen.
  • Auch eine Maskenpflicht im Unterricht wird gefordert.

SPD und Linke haben zum Beginn des neuen Schuljahrs am Montag von der Landesregierung einen Stufenplan gefordert. Darin solle festgelegt sein, wie bei möglicherweise weiter steigenden Infektionszahlen zu handeln sei. Die von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) zum Schulbeginn angeordnete Maskenpflicht in Schulgebäuden, mit Ausnahme der Unterrichtsräume, begrüßten die Oppositionsparteien, allerdings komme sie unnötig spät.

„Eine zweite Welle der Corona-Infektionen ist nicht auszuschließen“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Elisabeth Kula, am Donnerstag in Wiesbaden. Sie verwies auf die hohe Zahl von Reiserückkehrern gerade auch aus Risikogebieten. „Deshalb braucht es für die Schulen einen Plan B, aber das Kultusministerium hat dafür kein Konzept vorgelegt“, kritisierte Kula. Die Schulen würden alleingelassen.

Corona in Hessen: Schulschließungen sollen vermieden werden

Ähnlich argumentierte Christoph Degen für die SPD. „Es darf nicht mehr passieren, dass Schülerinnen oder Schüler, wie vor den Sommerferien geschehen, gänzlich vom Radar einer Schule verschwinden“, sagte er. Flächendeckende Schulschließungen dürfe es nicht mehr geben.

Corona: SPD und Linke fordern zu Schulstart in Hessen einen Stufenplan und die Maskenpflicht im Unterricht.

Um diese zu verhindern, sei ein Stufenplan wichtig, wie ihn etwa Bayern oder Thüringen vorgelegt hätten. Dies schaffe für alle Beteiligten Planbarkeit und Verbindlichkeit. In einem solchen Plan könne etwa festgelegt sein, dass ab einer bestimmten Zahl von Corona-Infektionen in einem Schulbezirk die Abstandsregeln für den Unterricht im Klassenraum wieder eingeführt würden. Dann müssten Klassen erneut geteilt oder Unterricht in Schichten organisiert werden. Beispielsweise könnte im wöchentlichen Wechsel Präsenzunterricht und Lernen zu Hause stattfinden. Auch eine generelle Maskenpflicht im Unterricht könnte dann vorgeschrieben werden.

Corona in Hessen: SPD und Linke fordern Maskenpflicht im Unterricht

Sowohl Degen als auch Kula sprachen sich allerdings dagegen aus, eine solche Maskenpflicht im Unterricht flächendeckend zu verordnen, wie dies in Nordrhein-Westfalen der Fall ist. Die von Minister Lorz am Mittwoch verkündete Pflicht zum Tragen der Masken im Schulgebäude, außerhalb der Klassenzimmer, sei aber sinnvoll.

Lorz hatte Klassenteilungen und den Wechsel von Präsenz- und Heimunterricht nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Welche Maßnahmen ergriffen würden, hänge von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens ab. Gegebenenfalls müssten auch die Gesundheitsämter weitergehende Regelungen anordnen.

Corona in Hessen: GEW stellt Forderungen zum Schulbeginn

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen forderte ebenfalls Vorkehrungen des Landes für den Fall weiter steigender Infektionszahlen. In anderen Bundesländern, die bereits aus den Sommerferien zurückgekehrt seien, hätten nach wenigen Tagen erste Schulen wieder geschlossen werden müssen. Die GEW pocht vor allem darauf, das Abstandsgebot von eineinhalb Metern im Unterricht aufrechtzuerhalten. Dies sei der beste Ansteckungsschutz, sagte GEW-Landesvorsitzende Maike Wiedwald. Ein Regelbetrieb, wie er nun zum Schuljahresbeginn angestrebt wird, wäre damit allerdings kaum möglich.

Sechs Schulen in Hessen müssen seit Beginn des neuen Schuljahres wegen Corona wieder schließen. Gleichwohl zieht der Kultusminister eine positive Bilanz nach zwei Wochen.

Rubriklistenbild: © Christoph Boeckheler

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