Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona

Hessen: Ohne Termin zum Corona-Impfstoff

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Hessens Kommunen senken Hürden. Die Sonderaktionen am Wochenende kommen gut an .

Eigentlich sollte es in Büdingen erst um 9 Uhr losgehen. Doch bereits um 7 Uhr standen Willige vor der Tür. Deshalb zog der Wetteraukreis den Start der Sonderimpfung vor. Auch vor der Großsporthalle in Rüsselsheim bildeten sich am Wochenende lange Schlangen von Menschen, die sich spontan ohne Anmeldung gegen Corona immunisieren lassen wollten. Die Werbung hat am Ende doch noch gewirkt.

Hessens Impfkampagne ist in eine neue Phase getreten. Jetzt geht es darum, jene zu gewinnen, die bislang wenig oder gar keine Neigung zeigen, sich – aus welchen Gründen auch immer – am Kampf gegen die Pandemie per Immunisierung zu beteiligen. Der Abbau von Hürden ist einer der Wege, den die Kommunen und Landkreise immer häufiger einschlagen.

Mit Erfolg, wie die Bilanz des vergangenen Wochenendes zeigt: Etwa 1085 Wetterauerinnen und Wetterauer mehr hatten am Ende des Sonntages den Wirkstoff von Johnson & Johnson im Oberarm. Mehr als 700 Menschen nutzten die erste Quartiersimpfung in Rüsselsheim, informiert das Landratsamt Groß-Gerau am Montag.

In Offenbach konnten sich Willige online bei der Impfbörse melden. 165 bekamen am Sonntag im Impfzentrum das Vakzin von Johnson & Johnson gespritzt. Das Angebot soll es ab kommender Woche vermehrt geben, sagt Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Grüne). Diese Woche würden die letzten Personen der Prio-Gruppe 3 geimpft. Dann sollen die mobilen Impfteams loslegen. Ihr Ziel sei es, Eltern von Kita- und Schulkindern möglichst schnell zu impfen. In den vergangenen Wochen waren die Impfteams testweise in einer Moschee oder einem Verein vor Ort. Auch in Frankfurt gab es in der Vergangenheit Aktionen wie diese, und es wird weitere geben.

Das Ziel: den Wettlauf mit dem Virus gewinnen. Vor allem gegen die als hochansteckend geltende Delta-Variante, die vermutlich schon die dominante ist. Im Vergleich zu den Horrorwerten vom Frühjahr sind die aktuellen Inzidenzen zwar harmlos. Doch vielerorts in Hessen stiegen sie in den vergangenen Tagen wieder leicht an. Und im Bundesvergleich stehen Frankfurt und Offenbach mit an der Spitze der Neuinfektionen. Alles Gründe, die dafür sprechen, beim Impfen und dem Einhalten der inzwischen gelockerten Hygieneregeln nicht nachzulassen.

Etwa durch Sonderaktionen wie die des Kreises Groß-Gerau. „Dabei geht darum, Menschen anzusprechen und zu erreichen, die über Zeitungsartikel oder Appelle nur schwer oder gar nicht zu erreichen sind“, sagt Angelica Taubel, Pressesprecherin im Landratsamt. Rund 5000 mehrsprachige Flyer seien zuvor im Quartier verteilt worden. „Außerdem gab es direkte Ansprachen über Nachbarschaften und Moscheevereine.“ Trotz allem lief die viertägige Kampagne enttäuschend schleppend an. Donnerstag und Freitag kamen gerade einmal rund 130 Menschen. Samstag und Sonntag brummte es dann. Deutlich mehr Leute kamen in die Großsporthalle, um sich Johnson & Johnson oder Biontech spritzen zu lassen. Eine Motivation für die politisch Verantwortlichen und das gesamte Team, wozu auch Integrationslotsen und Mitglieder des Ausländerbeirats zählten. „Wir sind offen für eine Wiederholung dieser Aktion, um die Pandemie in den Griff zu kriegen“, verkündet Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) am Montag.

Hinweise auf eine beginnende Impfmüdigkeit sind dem Hessischen Sozialministerium nicht bekannt. Im Gegenteil: „Insgesamt ist aktuell eine hohe Impfbereitschaft festzustellen“, heißt es mit Hinweis auf das regelmäßige Monitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI). Die Landesregierung informiere ständig und in verschiedenen Sprachen über Bedeutung der Impfung.

Überlegungen, wie in anderen Ländern mit Prämien oder Präsenten zu locken, gebe es keine. „Wir beobachten die Lage sehr genau, gegebenenfalls wird über weitere Maßnahmen nachzudenken sein.“

Selbstverständlich sei das Ziel, die Inzidenzen so gering wie möglich zu halten. „Zur Bewertung der Lage müssen jedoch auch weitere Faktoren betrachtet werden, wie beispielsweise die Verbreitung von Virusvarianten, die Impfquote und die Auslastung der Krankenhauskapazitäten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare