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Hessen: Nachhaltige Start-ups gesucht

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Von: Pitt von Bebenburg

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Volker Bouffier (CDU, l), Ministerpräsident des Landes Hessen, und sein Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), Wirtschaftsminister des Landes Hessen, gehen durch den Garten der Dienstvilla des Ministerpräsidenten.
Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (rechts) und die Landesregierung von Volker Bouffier wollen Start-ups stärken © Arne Dedert

Minister Al-Wazir will Hessen zum führenden Standort für Firmengründungen machen. Sie sollen die Transformation zum klimaneutralen Wirtschaften voranbringen

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) will Hessen „zum führenden Standort für Green Start-ups machen“. Das hat er am Dienstag angekündigt.

Mit Green Start-ups sind Unternehmensgründungen gemeint, die auf neuen Geschäftsideen oder Technologien aufbauen, um die Welt nachhaltiger zu machen. „Wir sind in der Transformation zum klimaneutralen Wirtschaften“, sagte Al-Wazir. Das sei „eine große Chance, wenn man es richtig macht“.

Beispiel aus Gießen

Gemeint sind Unternehmen wie „Green Elephant Biotech“ aus Gießen. Das dreiköpfige Gründungsteam, Joel Eichmann, Felix Wollenhaupt und Jan Zitzmann, hat sich zum Ziel gesetzt, Plastikmüll aus Laboren zu vermeiden. Sie haben daher „Laborbedarf aus pflanzenbasiertem Bio-Plastik“ entwickelt, wie es Wollenhaupt bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Al-Wazir in Wiesbaden schilderte. Mit einem 3D-Druckverfahren könne es genauso hergestellt werden, wie es von den Kund:innen benötigt werde.

Von Hessen Gefördert

223 Start-Up-Unternehmen wurden im Jahr 2021 über private Investoren finanziert.

Mit 39 Gründungen für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen war diese Branche am stärksten vertreten. Danach folgen IT und Software (27 Unternehmen), E-Commerce (21) und Medizin (19). Weitere Start-Ups sind in so unterschiedlichen Bereichen wie Lebensmittel, Immobilien oder Gaming aktiv. pit

Wollenhaupt berichtete, dass „Green Elephant“ nicht in Gang gekommen wäre ohne die Unterstützung hessischer Universitäten und ohne Wettbewerbe wie „Science 4 life“, der vom Land Hessen und anderen Initiatoren schon vor vielen Jahren ins Leben gerufen worden war. Nun will Al-Wazir die Bedingungen weiter verbessern, um junge Unternehmerinnen und Unternehmer anzuziehen.

„Großes Potenzial“

Grundlage dafür ist eine Bestandsaufnahme, die sein Ministerium unter dem Titel „Start-up-State Hessen“ veröffentlichte. Danach beruhen rund ein Drittel der gut 1400 hessischen Start-ups auf Geschäftsideen im Sinne der Nachhaltigkeit. Damit bestehe „großes Potenzial“, lobte Minister Al-Wazir.

Im Jahr 2021 wurden nach Angaben seines Ministeriums 188 neue Start-ups in Hessen gegründet. Besonders gute Voraussetzungen bestehen in dem Bundesland nach Al-Wazirs Auffassung, weil viele junge Leute an den hessischen Hochschulen Informatik und Ingenieurwissenschaften studieren – nämlich 42 Prozent der gut 250 000 Studierenden.

Nicht nur Geld, auch Kontakte zählen

Seit 2018 unterstützt das Land Studierende mit Stipendien bei der Ausarbeitung „innovativer, wissensbasierter unternehmerischer Ideen“. Neben einer finanziellen Förderung werden die Stipendiatinnen und Stipendiaten durch Coaching und Qualifizierung auf dem Weg zu einem überzeugenden Geschäftskonzept begleitet.

Nicht nur Geld, sondern Kontakte sollen auch in Zukunft vom Land vermittelt werden. Wobei beides auch Hand in Hand gehen kann. So soll es nach Al-Wazirs Angaben einen „Venture-Capital-Botschafter“ geben, also eine Person, die risikobereite private Investoren und Investorinnen an Start-up-Gründer:innen vermittelt und umgekehrt. Auch eine „international wahrnehmbare Imagekampagne“ soll dazu beitragen, dass Geld und Know-how in hessische Start-ups fließen.

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