1. Startseite
  2. Rhein-Main
  3. Landespolitik

Hessen: Mitarbeiter verlässt nach MeToo-Skandal die Linksfraktion

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hanning Voigts

Kommentare

Der MeToo-Skandal hatte die Linkspartei in Hessen schwer erschüttert,
Der MeToo-Skandal hatte die Linkspartei in Hessen schwer erschüttert, Foto: dpa © dpa

Als die hessische Linke von Vorwürfen von Machtmissbrauch und Sexismus erschüttert wurde, stand ein Mitarbeiter der Landtagsfraktion im Fokus. Der Mann verliert jetzt seinen Job.

Der Mitarbeiter der Linksfraktion im hessischen Landtag, der im Zentrum der Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen innerhalb der hessischen Linken stand, verliert seinen Job in der Fraktion. Das Arbeitsverhältnis werde einvernehmlich und „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ beendet, teilte ein Sprecher der Linksfraktion der Frankfurter Rundschau auf Anfrage mit. Weitere Details könne man nicht nennen.

Die Linkspartei in Hessen war im Frühjahr von einem schweren Skandal um Vorwürfe von Machtmissbrauch und sexuellen Übergriffen erschüttert worden, der bundesweit Aufmerksamkeit erregt hatte. Das Magazin „Der Spiegel“ hatte unter Berufung auf zehn betroffene Männer und Frauen und auf eidesstattliche Erklärungen von mehreren Grenzüberschreitungen in der linken Landtagsfraktion und im Wiesbadener Kreisverband berichtet und dabei auch von einer „toxischen Machokultur“ gesprochen.

Hessen: Der Mitarbeiter soll eine Affäre mit einer Minderjährigen gehabt haben

Im Fokus der Vorwürfe stand der Mitarbeiter der Landtagsfraktion, der um 2018 eine Affäre mit einem damals noch minderjährigen Parteimitglied begonnen haben soll. Er soll die junge Frau unter anderem in sexuellen Posen gefilmt und fotografiert und gegenüber einem Bekannten mit dem Verhältnis geprahlt haben.

Nach dem Ende der Affäre soll der wesentlich ältere Mann außerdem nachts über den Balkon der jungen Frau in deren Wohnung eingestiegen sein. Gegenüber dem „Spiegel“ hatte der Fraktionsmitarbeiter sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen.

Hessen: Auch Janine Wissler war in die Kritik geraten

Bundesweite Aufmerksamkeit hatte der Fall, über den in den sozialen Netzwerken unter dem Schlagwort „LinkeMeToo“ diskutiert wird, auch deshalb erhalten, weil der betreffende Fraktionsmitarbeiter zum Zeitpunkt der Affäre der Lebensgefährte von Janine Wissler – langjährige Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag und heute Vorsitzende der Bundespartei – war.

Die hessische Linkspartei hat den ganze Vorfall seit dem Frühjahr nach eigenen Angaben aufgearbeitet und drei Vertrauensleute für Betroffene von Machtmissbrauch eingesetzt. (Hanning Voigts)

Auch interessant

Kommentare