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So komfortabel und sicher kann Radfahren sein: In Darmstadt-Wixhausen gibt es schon ein Stück Schnellweg.

Verkehr

Mit langem Atmen zum Schnellradweg

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Für die Verbindung zwischen Eschborn und Bad Soden sind aufwendigen Planungen notwendig. Das Land finanziert jetzt eine weiter Machbarkeitsstudie.

Hessen unterstützt eine Machbarkeitsstudie für eine Radschnellverbindung zwischen Bad Soden und Eschborn im Main-Taunus-Kreis. Wie das Wirtschafts- und Verkehrsministerium am Donnerstag mitteilte, stellt das Land dem Regionalverband Frankfurt Rhein-Main dafür 39 200 Euro bereit. „Radschnellverbindungen sind attraktive Angebote an Berufspendler, aufs Fahrrad umzusteigen“, sagte Staatssekretär Jens Deutschendorf in Wiesbaden.

Eine Verbindung von Bad Soden nach Eschborn würde das entstehende Radschnellnetz im Rhein-Main-Gebiet sinnvoll ergänzen. „Deswegen übernimmt das Land die Hälfte der Kosten der Studie“, so der Staatssekretär. Die Verlängerung nach Bad Soden könnte sich einem Radschnellweg zwischen Frankfurt und Eschborn anschließen, dessen Machbarkeit mit Unterstützung des Landes ebenfalls untersucht werde.

Schnellradwege

Die qualitätiv hochwertigen Wege sollen zügiges Radfahren ermöglichen und die Fahrzeiten um 30 bis 50 Prozent verkürzen. Das Fahrrad wird so für Entfernungen von bis zu 15 Kilometern zu einer attraktiven Option. Eine Übersicht zu allen geplanten Projekten bietet der Regionalverband auf seiner Homepage. www.region-frankfurt.de

Radschnellverbindungen gibt es schon in anderen Ländern. Es handelt sich um breite, gut ausgebaute und möglichst kreuzungsfreie Wege entlang wichtiger Pendlerachsen. Sie ermöglichen flottes Radeln mit oder ohne Elektroantrieb. Der Regionalverband verfolgt derzeit neun solcher Projekte. Das Land fördert sowohl Planung als auch Bau.

Bei den Vorhaben ist ein langer Atem notwendig. Es sind mehrere Kommunen beteiligt, Belange des Naturschutzes und der Landwirtschaft müssen berücksichtigt werden. Am weitesten fortgeschritten ist die Verbindung, die eines Tages vom Frankfurter Holbeinsteg über Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Egelsbach und Erzhausen bis nach Darmstadt führen soll. Das erste Teilstück zwischen Egelsbach und Darmstadt-Wixhausen ist fertig. Weitere Abschnitte sind geplant oder schon im Bau. Die Machbarkeitsstudie für die Route stammt aus dem Jahr 2015.

An zweiter Stelle steht die 17-Kilometer-Route, die Frankfurt, Maintal und Hanau auf nordmainischer Seite miteinander verbinden soll. Die interkommunale Arbeitsgruppe hat im September 2019 ihre Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Die Koordination der weiteren Planung und des Baus übernimmt der Regionalverband. Aktuell stehen die politischen Beschlüsse in den kommunalen Parlamenten an. Einen Zeitplan stellt die Radverkehrsbeauftragte im Regionalverband, Antje Quitta, für das Frühjahr in Aussicht.

In den letzten Zügen befinden sich ihren Angaben zufolge die Vorbereitungen für die Veröffentlichung der Machbarkeitsstudie für die Taunusstrecke. Die Route namens FRM5 führt über Friedrichsdorf, Bad Homburg, Oberursel, Steinbach, Eschborn nach Frankfurt. Rund 45 000 Pendler:innen sind dort täglich unterwegs. Ziel ist, noch mehr als bisher zum Umstieg aufs Rad zu motivieren. Anfang November soll die Studie vorgestellt werden.

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